Die Bundesregierung hatte zum Weltflüchtlingstag Opfern von Flucht und Vertreibung gedacht, doch gleichzeitig werden Roma-Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, in den Kosovo abgeschoben. Das ist für uns nicht hinnehmbar! Deswegen demonstrierten wir während der Feierstunde vor dem Gebäude.
Entwurzelt nicht „unsere“ Roma-Kinder!
Während der Feierstunde der Bundesregierung zum Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung im Deutschen Historischen Museum am Montag in Berlin haben wir gemeinsam mit langjährig geduldeten Roma aus dem Kosovo gegen die geplante Abschiebung dieser Minderheitenangehörigen protestiert.
"Angesichts ihrer unerträglichen Situation und eingedenk der Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma durch das NS-Regime fordern wir die Bundesregierung und die Bundesländer auf, die nur rund 4.400 langjährig in Deutschland geduldeten Roma aus dem Kosovo als Kontingent bei uns aufzunehmen und so ein Zeichen des guten Willens für diese existenziell bedrohte Minderheit zu setzen." Tilman Zülch, Präsident der GfbV International
Menschenrechtler mahnen mit Aktion in Berlin: Abschiebung langjährig geduldeter Flüchtlinge ist Vertreibung!
Aktion vor dem Deutschen Historischen Museum in Berlin: „Unsere“ Roma-Kinder dürfen nicht entwurzelt werden!
Die GfbV hat mehrere von Abschiebung bedrohte Roma und ihre Kinder zu der Mahnwache eingeladen. Gemeinsam mit ihnen wollen die Menschenrechtler einen dringenden Appell an die deutsche Bundesregierung sowie die Innenminister und –senatoren der Länder richten, die Roma nicht abzuschieben und ihnen ein dauerhaftes Bleiberecht zu gewähren. Foto: GfbV
Aktion am Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung
Mahnwache mit Angehörigen der Roma am Montag, den 20. Juni 2016, von 13. 00 bis 16.00 Uhr neben dem Deutschen Historischen Museum vor der Neuen Wache, Unter den Linden 4 in Berlin.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Stellungnahme des Menschenrechtsausschusses im Kosovo (The Human Rights Advisory Panel/HRAP), in der empfohlen wird, dass sich die Vereinten Nationen (UN) bei Angehörigen der Roma, Aschkali und Ägypter entschuldigen sowie sie entschädigen sollen.
Anlässlich des Weltromatages (8. April) hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Politik der Bundesregierung gegenüber langjährig in Deutschland ansässigen Roma-Flüchtlingen aus dem Kosovo scharf kritisiert.
Nach der gescheiterten Abschiebung von zwei Göttinger Roma-Familien hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) schwere Vorwürfe gegen die Stadt erhoben.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker wird am kommenden Mittwoch mit Unterstützung der beiden Europa-Parlamentarierinnen Soraya Post (Schweden) und Cornelia Ernst (Deutschland) in Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments in Brüssel ihren Bericht über die katastrophalen Folgen der Zwangsrückführung von Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter in den Kosovo vorstellen.