Brandanschlag auf tschetschenisches Menschenrechtsbüro in Grosny
Der UN-Menschenrechtsrat muss die immer bedrohlichere Verfolgung von Menschenrechtlern in Russland dringend auf die Tagesordnung setzen. Diese Forderung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Montag an den Vorsitzenden des Gremiums, den deutschen Diplomaten Joachim Rücker, gerichtet, nachdem am Wochenende das Büro der Menschenrechtsorganisation „Joint Mobile Group“ in Grosny durch einen Brandanschlag zerstört wurde und einige ihrer Mitarbeiter aus Tschetschenien flüchten mussten.
11.12.1994 – 11.12.2014: Vor 20 Jahren begann der erste Krieg in Tschetschenien
Vor 20 Jahren begann am 11. Dezember 1994 der erste Krieg in Tschetschenien, erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker. Bis heute dreht sich dort die Spirale der Gewalt, der russischen Regierung ist es nicht gelungen, Frieden zu schaffen. Statt auf die Tschetschenen zuzugehen und im Dialog eine friedliche Lösung zu suchen, setzen die Regierungen in Moskau und Grosny auf Gewalt und Unterdrückung.
Aus Furcht vor kollektiver Stigmatisierung haben sich am Mittwoch tschetschenische Flüchtlinge und Menschenrechtsaktivisten an die in Göttingen ansässige Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gewandt. Nach den Ausschreitungen in Celle und Hamburg, an denen am Dienstag Yeziden und Tschetschenen beteiligt waren, fühlen sich Tschetschenen als gesamte Gruppe beschuldigt und verunglimpft.
Unschuldiger Menschenrechtler zu vier Jahren Haft verurteilt
Als „unmenschlich und rein politisch motiviert“ hat die Gesellschaft für bedrohte Völker das Urteil des tschetschenischen Gerichts in Urus-Martan gegen den angesehenen tschetschenischen Politologen Ruslan Kutajew bezeichnet. Er wurde am Montag wegen angeblichen Drogenbesitzes zu vier Jahren Haft verurteilt.
„Geständnis“ nach schwerer Folter – Gesellschaft für bedrohte Völker in Sorge um Ruslan Kutajew
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist in großer Sorge um den tschetschenischen Menschenrechtsverteidiger Ruslan Kutajew. Er muss sich am heutigen Freitag in der tschetschenischen Stadt Urus-Martan vor Gericht verantworten, weil er angeblich im Besitz von acht Gramm Heroin war. Menschenrechtler, die ihn in der Untersuchungshaft besuchen konnten, bezeugen jedoch, dass er gefoltert und so zu einem Geständnis gezwungen wurde.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Russlands Staatspräsident Wladimir Putin eine verlogene Minderheiten–Politik vorgeworfen. Die seit mehr als 40 Jahren für Minderheiten in Russland engagierte Menschenrechtsorganisation kritisierte, Putin instrumentalisiere Minderheiten nach Belieben, missachte jedoch systematisch ihre Rechte und Forderungen im eigenen Land.
Gedenken an den 70. Jahrestag der Deportation von Tschetschenen und Inguschen unerwünscht
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert russische und tschetschenische Behörden auf, Ruslan Kutajew – Menschenrechtler und Präsident der „Versammlung der Völker des Nordkaukasus“ – unverzüglich freizulassen.
Kritik an Deutschlands Kaukasus-Politik: Wegschauen schürt Konflikte und Flüchtlingskrise
Zum 70. Jahrestag des Beginns der Deportation von Tschetschenen und Inguschen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) scharfe Kritik an der Russland- und Kaukasus-Politik Deutschlands geübt.
Menschenrechtler klagen an: Putins Spiele verhöhnen die Nachfahren der tscherkessischen Völkermordopfer und bringen noch mehr Gewalt in den Nordkaukasus
Wenige Stunden vor der Eröffnung der olympischen Winterspiele in Sotschi hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit einer Menschenrechtsaktion vor der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin noch einmal schwere Vorwürfe gemacht.