Frieden für Nord-Mali rückt in weite Ferne – Deutschland soll nicht nur Soldaten ausbilden, sondern sich für Frieden einsetzen
In Mali droht ein neuer Krieg zwischen Tuareg-Bewegungen und der Armee sowie regierungsnahen Milizen auszubrechen. Davor warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation starben seit Ende April 2015 mindestens 19 Menschen bei Kämpfen um fünf Dörfer und Städte im Zentrum des nordwestafrikanischen Landes.
400.000 Flüchtlinge brauchen dringend Hilfe – Humanitäre und menschenrechtliche Katastrophe
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat zum Ende des Jahres 2014 mehr Hilfe für die Opfer des Bürgerkriegs in Libyen gefordert. „Libyen versinkt im Chaos, die Lage der Zivilbevölkerung hat sich dramatisch verschlechtert, doch die Welt schaut weg“, sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen. Trotz eines dringenden Hilferufs von UN-Organisationen im September 2014 wurden bislang nur zehn Prozent der für die Versorgung der 400.000 Flüchtlinge erforderlichen 35 Millionen US-Dollar zu Verfügung gestellt.
Steiniger Weg zum Frieden in Nord-Mali – Spekulationen über Flugzeugabsturz offenbaren Misstrauen gegen Tuareg
Mit Erleichterung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf die Unterzeichnung einer Roadmap für Friedensverhandlungen zwischen Tuareg-Rebellen und der Regierung Malis gestern Abend in Algier reagiert. Die Einigung auf einen Fahrplan für Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien in Nord-Mali ist ein erstes ermutigendes Zeichen. Doch der Weg zu einem dauerhaften Frieden ist noch sehr steinig.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat eine kritische Bilanz der „Operation Serval“ französischer Truppen in Mali gezogen, mit der der Vormarsch radikaler Islamisten gestoppt und der Staat Mali stabilisiert werden sollte. Anderthalb Jahre nach Beginn der französischen Intervention erlebt Nord-Mali eine neue Welle der Gewalt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann radikale Islamisten auch wieder Kontrolle über größere Landstriche und Städte im Norden Malis bekommen werden.
Nord-Mali ist weiter denn je von Frieden entfernt – Neue Friedensinitiativen sind notwendig!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat neue Friedensinitiativen für Nord-Mali angemahnt, um den Friedensprozess im seit Jahrzehnten schwelenden Tuareg-Konflikt wieder zu beleben. Kritisch äußerte sich die Menschenrechtsorganisation zu der vom Bundestag geplanten schlichten Verlängerung des deutschen Engagements bei der UN-Friedenstruppe, die die Entsendung von bis zu 150 deutschen Soldaten zur Unterstützung der MINUSMA vorsieht
Krieg gegen islamistische Extremisten in Nord-Mali ist noch lange nicht vorbei
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor einem langen Krieg gegen islamistische Extremisten im Norden Malis. Die islamistischen Terror-Gruppen wurden von französischen Soldaten in den vergangenen 13 Monaten zwar aus den Städten vertrieben, haben sich aber in einigen ländlichen Gebieten neu strukturieren können und verüben nun wieder Terroranschläge.
Kommen deutsche Soldaten zukünftig auch im umkämpften Nord-Mali zum Einsatz? – Europäische Ausbildungsmission ist eine Langzeitaufgabe
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) bittet Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen um Auskunft darüber, ob Bundeswehrausbilder im Rahmen der Europäischen Armee-Ausbildungsmission (EUTM) zukünftig auch in Nord-Mali zum Einsatz kommen. Dies wäre nicht nur sehr riskant, sondern dann müssten die Bundeswehrsoldaten auch besser vorbereitet werden auf die komplexen Hintergründe der Kämpfe, in die islamistische Terroristen, aber auch Tuareg verstrickt sind.
Ein Jahr nach Beginn seiner Militärintervention in Mali hat Frankreich einige, aber längst nicht alle Ziele der „Operation Serval“ erreicht, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). So konnte die Terrorherrschaft radikaler Islamisten in Nord-Mali beendet werden und die Extremisten wurden aus den Städten vertrieben. Doch Al Kaida im Maghreb (AQMI) verübt noch immer Terroranschläge und könnte sich nach der von Frankreich geplanten Truppenverringerung erneut formieren.
Schwerer Rückschlag für den Friedensprozess in Mali
Die Entführung und Ermordung von zwei französischen Journalisten bedeutet einen schweren Rückschlag für den Friedensprozess im Norden Malis und für Frankreichs Regierung, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. Denn die Bluttat macht deutlich, dass Nord-Mali auch zehn Monate nach Beginn der französischen Militärintervention noch immer nicht sicher ist.