Lösegeldzahlung bedeutet Rückschlag für Kampf gegen Straflosigkeit und islamistische Gewalt
Die Freilassung der vier französischen Geiseln in der Sahara wird den Kampf gegen Straflosigkeit und islamistische Gewalt in Nordwestafrika erschweren, befürchtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Tuareg berichten, dass Frankreich dem umstrittenen islamistischen Tuareg-Führer Iyad ag Ghaly im Gegenzug für die Freilassung der Geiseln Straffreiheit zugesichert hat und dass 20 bis 25 Millionen Euro an Lösegeld an die Vermittler sowie an Islamisten gezahlt wurden.
Libyens Süden will Autonomie ausrufen – Fezzan beklagt Diskriminierung und Vernachlässigung
Zwei Jahre nach dem Sturz Diktator Gaddafis droht Libyen eine Zerreißprobe. Denn Älteste der Volksgruppen der Tuareg, Toubou und Araber im ölreichen Süden des Landes wollen in der kommenden Woche die Autonomie ihrer Region, des Fezzan, ausrufen. Dies berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. Wenn Deutschland seinen Öl-Lieferanten Libyen nicht verlieren will, dann muss es sich mehr einsetzen für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftliche Entwicklung in Süd-Libyen.
Versöhnung herbeiführen – Straflosigkeit beenden – alle Menschenrechtsverletzungen konsequent aufklären!
Anlässlich der Feiern zum Amtsantritt des neuen Präsidenten von Mali mit internationalen Staatsgästen am Donnerstag in Bamako hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine konsequente Aufarbeitung aller Menschenrechtsverletzungen verlangt, die im Bürgerkrieg begangen wurden. Vordringlichste Aufgabe von Ibrahim Boubacar Keita muss es sein, die Straflosigkeit zu beenden. Nur so kann eine Versöhnung zwischen den verfeindeten ethnischen Gruppen in dem westafrikanischen Land erreicht werden.
Mehr als 500.000 Flüchtlinge aus dem Norden von Mali können noch immer nicht zurückkehren
Neun Monate nach dem Beginn der französischen Militärintervention in Mali warten noch immer 510.000 Flüchtlinge auf mehr Sicherheit, um in ihre Heimatorte im Norden des Landes zurückkehren zu können. Auf das Schicksal dieser vergessenen Kriegsflüchtlinge machte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag aufmerksam. Noch ist nicht absehbar, wann Nord-Mali vor neuen Angriffen islamistischer Extremisten so sicher ist, dass für Rückkehrer dort keine Gefahr mehr besteht.
23 Tote bei ethnischen Auseinandersetzungen im Süden Algeriens
Mindestens 23 Tote innerhalb einer Woche haben blutige ethnische Auseinandersetzungen zwischen Tuareg und Arabern in Süd-Algerien gefordert, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag in Göttingen. Wir sind sehr besorgt über die anhaltende Gewalt.
Libyens Demokratisierung in Gefahr: Nicht-arabischen Minderheiten und Frauen mehr Mitsprache in Verfassungskonferenz einräumen!
Nach Demonstrationen von Berbern vor dem libyschen Nationalkongress in Tripolis warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor einer Gefährdung der Demokratisierung des Landes. Den nicht-arabischen Minderheiten muss ausreichend Mitsprache eingeräumt werden, denn die Politik der Arabisierung und Islamisierung unter Diktator Muammar al-Gaddafi kann glaubhaft nur durch eine angemessene Beteiligung der Berber, Tuareg und Toubou am politischen Leben überwunden werden.
Bürgerkriegsflüchtlinge brauchen dringend mehr Hilfe – Nur 28 Prozent des Bedarfs durch Zusagen gedeckt
Dringend muss Europa die humanitäre Hilfe für die mehr als 440.000 Bürgerkriegsflüchtlinge in Mali verstärken, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Die Menschenrechtsorganisation erinnerte am Dienstag daran, dass nach UN-Angaben bisher erst Zusagen für 28 Prozent der benötigten 315 Millionen Euro gemacht wurden.
Keine Aufbau-Hilfe ohne Menschenrechte und eine politische Lösung der Tuareg-Frage
Europa soll den Wiederaufbau in Mali nach dem Krieg gegen radikale Islamisten nur finanziell fördern, wenn das Land die Menschenrechte beachtet und sich glaubwürdig um eine politische Lösung der Tuareg-Frage bemüht.
Malis Justiz braucht mehr internationale Unterstützung
Um ein neues Guantanamo-Desaster in der Sahara zu verhindern, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mehr internationale Hilfe für Malis Richter und Gerichte. Nur so könnten faire Gerichtsverfahren für inhaftierte Terror-Verdächtige und für Soldaten, die Menschenrechte verletzten, garantiert werden.