Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Anlässlich des dritten Jahrestages der Terroranschläge auf New York und Washington (11.09.2001) betont die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) noch einmal, dass alle Bemühungen von Geheimdienst, Polizei und Militär zur Bekämpfung von organisierten fundamentalistisch-islamistischen Terrorgruppen wirkungslos bleiben müssen, so lange sich die deutsche Außenpolitik nicht vorrangig an Menschenrechten orientiert. „Dies wäre ein erster Schritt, um dem Terrorismus langfristig den Boden zu entziehen“, sagte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch am Freitag in Göttingen. „Die GfbV begrüßt zwar die deutliche Stellungnahme von Bundeskanzler Gerhard Schröder gegen die Geiselnahme von Beslan, der mehr als 330 Menschen, darunter über 150 Kinder, zum Opfer gefallen sind. Doch genauso bedauern wir, dass Schröder seine Männerfreundschaft zu Wladimir Putin aufrechterhält. Der deutsche Bundeskanzler stärkt damit einem Politiker den Rücken, der täglich Terror gegen Kinder verüben lässt und so die Grundlagen für neuen Terror sät.“
Zülch erinnerte daran, dass die Tschetschenienpolitik des russischen Präsidenten bereits 50.000 Kinder zu Kriegswaisen gemacht habe, die einen oder beide Elternteile verloren haben. Etwa 10.000 Kinder seien durch den Krieg zu Invaliden geworden, hätten Arme, Beine oder das Augenlicht verloren. Tausende von Kindern fristeten ein Leben in Notunterkünften, seien schlecht ernährt und medizinisch unzureichend versorgt. Jetzt nahe der fünften Kriegswinter.
„Es genügt nicht, ein russisches Waisenkind zu adoptieren, wenn man gleichzeitig alle diese furchtbaren Verbrechen in Tschetschenien tabuisiert, verdrängt und schönredet, also de facto unterstützt“, mahnte der Menschenrechtler.

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