Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Am kommenden Montag gedenken die Kurden in der nordirakischen Stadt Halabja der Opfer der Giftgasangriffe der irakischen Luftwaffe vor 27 Jahren (16.-18. März 1988). Für die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wird Vorstandsmitglied Heinrich Schultz an den Feierlichkeiten teilnehmen. Er wurde vom Bürgermeister von Halabja und Vize-Präsidenten der internationalen Organisation „Mayors for peace“, Kheder Kareem, nach Halabja eingeladen.
Die diesjährige Gedenkfeier findet unter schwersten Bedingungen statt. Denn die Kurden im Nordirak müssen sich nach wie vor gegen die mit unverminderter Härte geführten Angriffe der Jihadisten des Islamischen Staates (IS) zur Wehr setzen und gleichzeitig mindestens eine Million Hilfe suchende Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien versorgen, unter ihnen hunderttausende Yeziden, christliche Assyrer/Chaldäer/Aramäer, Shabak, schiitische Turkmenen und Angehörige anderer Minderheiten aus Mossul, dem Sinjar und der Niniveebene.
Angesichts dieser bedrohlichen Lage und eingedenk des Engagements deutscher Firmen, die unter Saddam Hussein wesentlich zum Aufbau der irakischen Giftgasindustrie beigetragen haben, stünde es Deutschland nach Auffassung der GfbV jetzt gut zu Gesicht, die Hilfen für Flüchtlinge und Notleidende im Nordirak deutlich zu erhöhen. „Die 42,6 Millionen Euro Unterstützung, die die Bundesregierung bis Ende 2014 bewilligt hat, sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärt die Menschenrechtsorganisation.
Mindestens 5.000 Tote haben die Giftgas-Angriffe 1988 in Halabja gefordert. Bis heute leiden die Überlebenden an den Folgen des Bombardements mit Senfgas, Sarin, Tabun und Cyanid. In der Region Halabja finden sich noch immer gefährlich hohe Konzentrationen von Giftstoffen in der Umwelt, die zu dauerhaften Gesundheitsschäden führen wie Nervenlähmungen, Hautkrankheiten, Tumorbildungen, Fehlgeburten und Lungenschäden.
Sehr gern vermitteln wir direkten telefonischen Kontakt zu unserem Vorstandmitglied Heinrich Schultz und dem Bürgermeister von Halabja, Herrn Kheder Kareem.
Header Foto: Flickr/jan Sefti

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