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Aktuelles News & Artikel Angehörige der „Stolen Generation“ müssen jetzt auch Entschädigungen erhalten

Premierminister Rudd entschuldigt sich bei Australiens Ureinwohnern

Angehörige der „Stolen Generation“ müssen jetzt auch Entschädigungen erhalten

Angehörige der „Stolen Generation“ müssen jetzt auch Entschädigungen erhalten
Aborigines in Alice Springs - Foto: Tony Wills

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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat den Premierminister Australiens Kevin Rudd am Mittwoch aufgefordert, nach seiner historischen Entschuldigung bei den Aborigines für den großen Schmerz, Leid und Schaden, die sie durch die Regierungspolitik in der Vergangenheit erlitten haben, seinen Worten nun auch Taten folgen zu lassen. „Mit dieser Geste hat der Premierminister gezeigt, dass es ihm mit einem Neuanfang der Beziehungen zu den etwa 450.000 Aboriginal People ernst ist“, meinte Yvonne Bangert, Mitarbeiterin im GfbV-Referat für indigene Völker. „Deshalb hoffen wir, dass er nun auch den zweiten Schritt machen und dafür sorgen wird, dass die noch lebenden Angehörigen der „Stolen Generation“ für das ihnen zugefügte Leid auch finanziell entschädigt werden.“ Die Regierung Rudd hat die Forderung nach einer allgemeinen Entschädigung der Angehörigen der Stolen Generation abgelehnt und die Betroffenen an die Gerichte verwiesen. Doch gerade für die Älteren unter ihnen könnte der Rechtsweg viel zu lange dauern.

Das tragische Schicksal der „Stolen Generation“ hatte 1997 weltweit Aufsehen erregt, als unter der Labour Regierung Keating der Bericht „Bringing them home“ erschienen war. Demnach waren etwa 100.000 Aborigine-Kinder zwischen 1910 und 1970 mit Gewalt aus ihren Familien entfernt und in Heimen oder Pflegefamilien untergebracht worden. Sie verloren meist jeden Kontakt zu ihren Angehörigen, wurden häufig sexuell missbraucht und als unbezahlte Arbeitskräfte ausgenutzt. Gezielt sollten sie aus ihrer Kultur herausgelöst und in die australische Gesellschaft assimiliert werden. Doch viele von ihnen verkrafteten diese kulturelle und soziale Entwurzelung nicht. Experten sehen in dieser Politik daher auch eine wesentliche Ursache für Alkoholmissbrauch, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit, unter denen die Ureinwohner des 5. Kontinents bis heute leiden. „Viele Aborigines leben unter katastrophalen Bedingungen“, beklagt Bangert. „Deutliches Zeichen ist ihre Lebenserwartung, die um ca. 17 Jahre unter derjenigen der Durchschnittsbevölkerung liegt.“

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