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Aktuelles News & Artikel Aufruf an Intellektuelle: Der Jemen darf nicht sterben

Rüstungslieferungen stoppen – Kriegsverbrechen ahnden! (Pressemitteilung)

Aufruf an Intellektuelle: Der Jemen darf nicht sterben

Aufruf an Intellektuelle: Der Jemen darf nicht sterben
Mit besonderer Sorge verfolgt die GfbV das Schicksal vieler alter Menschen, die vor den Kämpfen nicht fliehen können, sowie das traurige der Los der Al-Akhdam-Minderheit. Foto: Richard Messenger via Flickr

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Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appelliert an Europas und Amerikas Intellektuelle, sich engagierter für ein Ende des Massensterbens im Bürgerkriegsland Jemen einzusetzen. „Wenn die internationale Gemeinschaft beim Schutz der Zivilbevölkerung vor schlimmsten Verbrechen versagt, müssen Europas und Amerikas Intellektuelle ihre Stimme erheben, um den Opfern eine Stimme zu geben“, erklärte der GfbV-Nahostreferent Kamal Sido am Donnerstag in Göttingen. „Denn es sind Rüstungslieferungen aus Europa und Amerika, die den Bürgerkrieg immer neu befeuern, und der hemmungslose Waffeneinsatz auch gegen zivile Ziele, der die Cholera schürt. Nur politischer Druck aus dem Ausland kann das Morden stoppen.“ Mehr als 2.000 Menschen sind der Epidemie schon zum Opfer gefallen, mehr als 440.000 sind erkrankt. Rund 4,5 Millionen Kinder und schwangere Frauen brauchen im Jemen dringend einen Waffenstillstand und humanitäre Hilfe, um zu überleben.

Nachdrücklich kritisierte die Menschenrechtsorganisation gezielte Luftangriffe der von Saudi-Arabien angeführten Kriegskoalition auf Wohnviertel, Schulen und Krankenhäuser. So wurde erst vor wenigen Tagen eine Schule im Bezirk Madan (Region Amran) bombardiert und zerstört. „Diese Luftangriffe auf zivile Einrichtungen sind massive Verletzungen des humanitären Völkerrechts und müssen als Kriegsverbrechen angesehen werden. Wer Wohnviertel, Wasserwerke und andere lebensnotwendige Einrichtungen bombardiert, obwohl dadurch die Ausbreitung der Cholera begünstigt wird, macht sich der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig.“

Auch den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen warf die GfbV Kriegsverbrechen vor, weil sie wiederholt international geächtete Landminen einsetzten. Der Jemen hatte sich im Jahr 1998 dazu verpflichtet, Landminen nicht mehr zu nutzen. Ihr Einsatz führt zu besonders grausamen Verletzungen bei Zivilisten.

„Dieser Wahnsinn darf nicht stillschweigend hingenommen werden. Der Bürgerkrieg im Jemen ist Arabiens Vietnam-Krieg und muss endlich gestoppt werden. Denn er lässt mit der Cholera eine humanitäre Katastrophe eskalieren, die das Überleben von Millionen Menschen gefährdet“, sagte Sido. „Es ist zynisch und beschämend, wenn nun gerade Saudi-Arabien, das mit seinen Luftangriffen die Cholera erst groß gemacht hat, 33 Millionen US-Dollar für den Kampf der UNICEF gegen die Epidemie spendet und trotzdem weiter bombt.“

Mit besonderer Sorge verfolgt die GfbV das Schicksal vieler alter Menschen, die vor den Kämpfen nicht fliehen können, sowie das traurige der Los der Al-Akhdam-Minderheit. Die rund eine Million dunkelhäutigen Al-Akhdam werden seit Jahren ausgegrenzt und haben es in diesen Notzeiten besonders schwer.

Header Foto: Richard Messenger via Flickr

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