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Aktuelles News & Artikel Deutsches Unternehmen ist mitverantwortlich für Vertreibung von Bauern durch Staudamm im Sudan

WELTWASSERWOCHE

Deutsches Unternehmen ist mitverantwortlich für Vertreibung von Bauern durch Staudamm im Sudan

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Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Anlässlich der Weltwasserwoche hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag auf die negativen Folgen des Merowe-Staudammes im Nordsudan hingewiesen. Dort droht rund 50.000 Angehörigen der arabischen Volksgruppen der Manasir, Amri und Hamadab an den Ufern des Nils die Zwangsumsiedlung. Der im hessischen Bad Vilbel ansässigen Firma Lahmeyer International, die den Bau des Großstaudammes als Generalunternehmer geplant und koordiniert hat, warf die Menschenrechtsorganisation Mitverantwortung für die Vertreibungen vor.

„Lahmeyer International muss die Betroffenen jetzt zumindest bei der Durchsetzung der Schadensersatzansprüche gegen die sudanesischen Behörden unterstützen“, forderte die GfbV das Unternehmen in einem Schreiben auf. 850 Familien der Volksgruppe der Amri haben am 7. August 2006 ihre Häuser verloren, als ohne Vorwarnung damit begonnen wurde, das Staubecken des neuen Großstaudammes zu fluten. Dabei wurden bereits 15 Dörfer zerstört. Weitere zehn Dörfer mit insgesamt 1350 Familien sind unmittelbar von der Flutung des Staubeckens bedroht.

Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Menschenrechte im Sudan, Sima Samar, äußerte in Khartum Besorgnis über die Vertreibung.. Ein Entschädigungsangebot der sudanesischen Regierung, die die Betroffenen niemals in die Planung des Großprojekts einbezogen hat, hatten die Vertriebenen am Montag als unzureichend zurückgewiesen. Sie wehren sich auch gegen eine Umsiedlung in unfruchtbare Wüstengebiete. Nachdrücklich appellierten die Betroffenen an das Ausland, Hilfsgüter zu senden, da mit der Flutung der Felder und Weiden die Lebensgrundlage sowohl der Bauern als auch der Viehzüchter zerstört wurden. Der Stausee soll insgesamt rund 174 Kilometer lang und vier Kilometer breit Stausee werden und die Energieversorgung des Sudan verbessern.

In einem Ende Juni 2006 veröffentlichten 14-seitigen Memorandum  |>

hatte die GfbV willkürliche Verhaftungen, Massaker und weitere Menschenrechtsverletzungen beim Bau des Merowe-Dammes dokumentiert. So waren bei Protesten gegen die gewaltsame Umsiedlung am 22. April 2006 drei Staudammgegner von Sicherheitskräften erschossen und 50 Personen verletzt worden. Als am 30. September 2003 Sicherheitskräfte mit scharfer Munition, Plastikgeschossen und Tränengas gegen Frauen, Kinder und Männer bei einem Protest gegen Zwangsumsiedlungen vorgegangen waren, waren die Auseinandersetzungen eskaliert. Mehrfach wurden Staudammgegner verhaftet und gefoltert.

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