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Aktuelles News & Artikel „Die Yeziden im Irak: Warum werden sie verfolgt?“

Einladung zum Vortrag des irakischen Staatsministers a.D., Dr. Pir Mamo Farhan Othman, mit anschließender Diskussion

„Die Yeziden im Irak: Warum werden sie verfolgt?“

„Die Yeziden im Irak: Warum werden sie verfolgt?“

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

am Donnerstag, den 03. Juli 2008, um 19.00 Uhr

im Victor-Gollancz-Haus der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV),

Geiststraße 7 in Göttingen.

Der Eintritt ist frei.

Sehr geehrte Damen und Herren,

von den bis zu 50.000 Yeziden in Deutschland lebt etwa die Hälfte in Niedersachsen. Rund 2000 Yeziden sind im Raum Göttingen, Northeim und Einbeck ansässig. Sie verfolgen mit großer Sorge die Entwicklungen im Irak, denn dort haben viele von ihnen Verwandte oder Freunde. Auch inihrem Hauptsiedlungsgebiet, dem Bergland von Sinjar im äußerstenNordwesten des Landes, sind Yeziden vor Anschlägen nicht sicher.

So wurden dort am 14. August 2007 bei einem furchtbaren Terrorangriff 336Yeziden getötet und zwei ihrer Wohnsiedlungen in Schutt und Asche gelegt..

Rund 1000 Familien hatten kein Dach mehr über dem Kopf. Im Sinjar lebenrund 400.000 der insgesamt 150.000 Yeziden des Irak. Das Gebiet ist eine der umstrittensten Regionen des Landes.

Der Sinjar grenzt an das autonome nordirakische Bundesland Kurdistan, in dem neben Kurden auch Christen, Turkmenen und andere Volksgruppen in Frieden und Sicherheit miteinander leben. Die große Mehrheit der Yezidenbefürwortet eine Angliederung an Kurdistan. Doch ein Teil der Angehörigen

dieser Glaubensgemeinschaft fühlt sich durch die muslimischen Kurden bedroht und lehnt einen möglichen Anschluss ab. Die Yeziden sind Kurden und sprechen die Kurmanci-Variante des Kurdischen. Die Ursprünge ihrer Religion reichen Jahrtausende bis in die vorislamische Zeit zurück.

Was wird aus den Yeziden des Irak? Hat ihre Glaubensgemeinschaft eine Zukunft im Nahen Osten? Werden sie ihre Jahrhunderte alte Religion in einer sich immer schneller radikalisierenden Weltregion schützen können? Diese und andere Fragen möchten wir mit dem irakischen Staatsminister a.D., Dr. Pir Mamo Farhan Othman, am 03. Juli diskutieren. Er ist selbst Yezide, lebt in Bagdad, Mosul und Dohuk und berät irakische Politiker in yezidischen Angelegenheiten. 2005 überlebte er einen gezielten Mordanschlag in der irakischen Hauptstadt nur knapp.

Zu seinem Vortrag im Victor-Gollancz-Haus, den Dr. Othman auf deutsch halten wird, laden wir Sie herzlich ein.

Wir hoffen auf anregende Diskussionen nicht zuletzt auch mit den in

Göttingen und Umgebung lebenden Yeziden. Der Eintritt ist

selbstverständlich frei.

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