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Aktuelles News & Artikel Einladung zur Menschenrechtsaktion: Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Tschetschenien

62. Jahrestag der Deportation des tschetschenischen Volkes (23.02.1944)

Einladung zur Menschenrechtsaktion: Abschiebestopp für Flüchtlinge aus Tschetschenien

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Anlässlich des 62. Jahrestages der kollektiven Deportation des tschetschenischen Volkes (23. Februar 1944) gedenkt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) mit einer Mahnwache am Rand der Bannmeile des niedersächsischen Parlaments der Vernichtung der Tschetschenen durch Stalin im Jahre 1944 und protestiert gegen die Deportation von Tschetschenen durch Innenminister Uwe Schünemann heute.

Damit wendet sich die Menschenrechtsorganisation gegen Deutschlands inhumansten Innenminister, der Genozidflüchtlinge aus Tschetschenien in das Kriegsgebiet oder nach Russland deportierten lässt oder diese Kinder, Frauen und Männer mit der Abschiebung bedroht. Auch in Russland werden sie verfolgt und sind gezwungen, ins tschetschenische Kriegsgebiet zurückzukehren, wie ein Flüchtling, der am 17.1.2006 aus Niedersachsen deportiert wurde und sich nun illegal in Tschetschenien aufhält, in ständiger Angst vor einer Festnahme jede Nacht irgendwo anderes übernachtet.

Gemeinsam mit Flüchtlingen aus Tschetschenien protestiert die internationale Menschenrechtsorganisation vor dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in der Nähe des Niedersächsischen Landtages, Friedrichswall 1., von 10 bis 13 Uhr

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der damaligen Sowjetunion 48 verschiedene religiöse und ethnische Gemeinschaften deportiert, am 23.2.1944 die miteinander verwandten Völker der Tschetschenen und Inguschen. Ihr Transport ging nach Zentralasien. Zehntausende tschetschenische Kinder, Frauen und Männer – verschiedenen Schätzungen zufolge rund ein Drittel dieses kleinen Volkes – starben während der Deportation an Hunger, Kälte und Krankheiten. Das Schicksal der Tschetschenen und Inguschen teilten unter anderem die Krimtataren, Karatschaier, Balkaren und Meschketen, Kalmücken Sowjetgriechen, Fernostkoreaner und die Russland-deutschen. Jeweils größere Teile dieser Völker wurden durch diese Deportation vernichtet, so dass nach der Konvention der Vereinten Nationen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermords von 1948 Genozid verübt wurde.

Erst nach über zehn Jahren im zentralasiatischen Exil durften die überlebenden Tschetschenen zurückkehren. Doch unter der Herrschaft des russischen Präsident Boris Jelzin wurde die Genozidpolitik gegenüber den Tschetschenen wieder aufgenommen. Von 1994 bis 1996 kamen dabei 80.000 Menschen ums Leben. Seit 1999 werden nochmals bis zu 80.000 Tschetschenen umgekommen sein. Insgesamt sind dies knapp 20 % dieses kleinen Volkes. Die abgetretene Rot-Grüne Bundesregierung wurde durch zahlreiche Militärabkommen mit der russischen Armee, die Entsendung einer Delegation des BND ins total niedergebombte Grosny und die politische Unterstützung Putins mitschuldig an diesem Verbrechen.

Die GfbV ist während der Aktion unter Handy 0151 – 15 30 98 88 oder 0173 261 21 82 zu erreichen.

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