Zum Inhalt springen
Aktuelles News & Artikel Entführter syrisch-orthodoxer Abt ist frei

Türkei

Entführter syrisch-orthodoxer Abt ist frei

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Der im Südosten der Türkei bei Midyat verschleppte syrisch-orthodoxe Abt ist von seinen Entführern freigelassen worden. Wer den 43-Jährigen am vergangenen Mittwoch gewaltsam aus seinem Auto gezerrt hat, ist noch nicht bekannt. Die Kidnapper hatten ein Lösegeld von 300.000 Euro gefordert.

Als ehemaliger Studienkollege des Abtes steht Gabriel Rabo in Göttingen für Gespräche über Hintergründe der Entführung und die Situation der aramäischen Christen im Tur Abdin gern zur Verfügung. Vier Jahre lang besuchte er gemeinsam mit dem Verschleppten das gleiche theologische Seminar. Beide lebten im Kloster Mor Gabriel. Herr Rabo promoviert zurzeit an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. Sein Thema ist die syrische Kirchengeschichte.

Die GfbV hat sich sofort nach Verschwinden des Geistlichen bei EU-Institutionen dafür eingesetzt, dass sie auf die Freilassung des Verschleppten drängen, und die unerträgliche Situation der nur noch 125.000 Christen in der Türkei hingewiesen. Stellten Christen Anfang des 20. Jahrhundert noch rund 25 % der türkischen Bevölkerung, ist ihr Anteil wegen andauernder Verfolgung und Unterdrückung auf heute nur noch etwa 0,2 % zusammengeschrumpft. Ihre Kirchen haben in der Türkei keinen Rechtsstatus. Priesternachwuchs darf nicht ausgebildet werden.

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren

Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.