Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Am 08. Juni 2007 wurden wieder einmal 161 Hmong-Flüchtlinge unter Einsatz von Gewalt und Tränengas von thailändischen Behörden nach Laos abgeschoben. Der UNHCR hatte keinen Zugang zu den Asylsuchenden und ermahnte Thailand, viele der Flüchtlinge könnten nicht zurück geschickt werden, da ihnen Verfolgung drohe. Ein Mann vergiftete sich – aus Angst lebend in Laos anzukommen. Hunderten, wenn nicht tausenden weiteren Hmong droht die völkerrechtswidrige Abschiebung. In den letzten Wochen gab es erneute Hilferufe aus dem Dschungel von Laos, wo mehrere Hmong-Gruppen erneut vom Militär angegriffen wurden.
Berichten zufolge wurden 161 Hmong-Flüchtlinge in der Nacht von Freitag auf Samstag (08./09. Juni 2007) von thailändischen Sicherheitskräften in zwei Busse verfrachtet und nach Laos abgeschoben worden. Dabei sollen die Hmong, die sich gegen die Zwangsabschiebung gewehrt haben, mit Schlagstöcken geschlagen worden sein. Außerdem sei mit Tränengas und Elektroschockgeräten gegen sie vorgegangen worden. Die durch die Gifte bewusstlosen Hmong wurden wie Kartoffelsäcke in die wartenden Busse zur Abschiebung geschleppt. Zwei Männer versuchten, sich zu vergiften, um nicht in die Hände der laotischen Behörden zu fallen. Ein Mann sei dabei gestorben. In Laos drohen den Hmong Verfolgung, Folter, wenn nicht sogar der sichere Tod.
Bereits am Freitag, den 25. Mai 2007, wurde eine Gruppe von 31 Hmong-Flüchtlingen nach Laos abgeschoben. Damit beläuft sich die Zahl der in diesem Jahr abgeschobenen laotischen Hmong bereits auf 210. Mit weiteren zahlreichen Abschiebungen muss durch die thailändischen Behörden muss gerechnet werden. Die Abschiebungen werden hauptsächlich Freitagabends und am Wochenende durchgeführt, wenn viele Büros von Menschenrechtsorganisationen geschlossen sind. Damit versucht Thailand den sofortigen internationalen Protest möglichst gering zu halten und somit eine Abschiebung schneller und „problemloser“ durchführen zu können. Die GfbV verurteilt das völkerrechtswidrige Vorgehen Thailands aufs Schärfste.
Erneut schwere Militärattacken auf Hmong im laotischen Dschungel
Ende Mai erreichten uns außerdem mehrere neue Hilferufe von Hmong-Gruppen, die sich im laotischen Dschungel auf Grund von Verfolgung versteckt halten. Eine Gruppe von etwa 300 Personen berichtete von Angriffen durch das laotische Militär mit Maschinengewehren. Zwei Frauen kamen bei dem Angriff ums Leben, 25 Kinder wurden außerdem getötet beziehungsweise noch vermisst.
Eine andere Gruppe meldete ebenfalls Ende Mai eine bereits zwei Wochen andauernde Verfolgung sowohl durch laotisches als auch vietnamesisches Militär. Dabei blieben die vietnamesischen Soldaten den Angaben der Hmong zufolge auf den Berghöhen, von wo aus sie eine gute Übersicht hatten, während die laotischen Soldaten die Hmong durch den Dschungel jagten, die verzweifelt die Berge hoch und runter liefen, um irgendwo Schutz zu finden. Die Gruppe sei nun völlig verstreut. Drei ermordete Kinder und zwei Frauen waren bereits gefunden worden. Sie seien aufs Abscheulichste verstümmelt worden.
Eine weitere Gruppe von 65 Hmong – Männer, Frauen und Kinder – kam aus ihrem Dschungelversteck in der Vang Vieng Provinz heraus und ergab sich den laotischen Behörden. Seither ist nichts über ihren Verbleib oder Zustand bekannt.
Hmong-Anführer in den USA wegen Putschversuch gegen laotische Regierung verhaftet
Unterdessen wurde in den USA der kulturelle Hmong-Anführer, General Vang Pao, sowie acht andere Hmong und ein früherer amerikanischer Soldat wegen Verdachts auf Staatsstreich gegen Laos verhaftet und angeklagt worden. Angeblich wollten sie Waffen kaufen, diese nach Thailand schmuggeln und schließlich mit angeheuerten Söldnern die laotische Regierung stürzen.
Die GfbV distanziert sich nachdrücklich von diesem Vorgehen. Als Menschenrechtsorganisation engagieren wir uns für eine Verbesserung der dramatischen Lage der Hmong in Laos und Thailand. Dieses Engagement ist nur glaubwürdig, wenn es mit friedlichen und demokratischen Mitteln betrieben wird. An den Hmong werden schwerste Menschenrechtsverletzungen durch Thailand, Laos und Vietnam begangen, die weiterhin konsequent öffentlich gemacht, verfolgt und bestraft werden müssen.
Ein englischsprachiges Archiv mit Presseerklärungen zum Thema Hmong, erstellt von unserer Mitarbeiterin in New York, können Sie hier finden |>
Nach wie vor wichtig sind Appelle an Thailand:
Hmong in Thailand: Keine Hmong-Flüchtlinge nach Laos abschieben

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