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Aktuelles News & Artikel Fischindustrie missbraucht Flüchtlinge: Rohingya-Flüchtlinge müssen besser geschützt werden

Deutsche Supermärkte sollen Fisch von Sklavenhaltern meiden! (Pressemitteilung)

Fischindustrie missbraucht Flüchtlinge: Rohingya-Flüchtlinge müssen besser geschützt werden

Fischindustrie missbraucht Flüchtlinge: Rohingya-Flüchtlinge müssen besser geschützt werden
Symbolbild: © Flickr/European Commission DG ECHO

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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat mehr internationale Bemühungen beim Kampf zur Beendigung von Menschenhandel in Südostasien gefordert. „Besonders Rohingya-Flüchtlinge aus Burma/Myanmar werden als Sklaven auf Fischtrawlern und in Plantagen missbraucht. Als Staatenlose sind sie schutzlos den skrupellosen Geschäften von Menschenhändlern und korrupten Beamten sowie Soldaten ausgeliefert“, kritisierte der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen. „Deutsche Handelsketten sollten sicherstellen, dass keine Fischkonserven und kein Hunde- oder Katzenfutter mit Fisch in Supermärkten angeboten werden, den Sklaven in Südostasien fangen mussten“, mahnte die Menschenrechtsorganisation in Schreiben an große Lebensmittelketten und Discounter in Deutschland.

Am Montag hat das US-Außenministerium seinen jährlich erscheinenden Bericht zum weltweiten Kampf gegen Menschenhandel veröffentlicht. Darin wird der mangelhafte Schutz der in Burma verfolgten und in Südostasien ignorierten  muslimischen Minderheit kritisiert. Burmas Nachbarland Thailand wurde erneut massiv gerügt. In der thailändischen Fischindustrie müssten Flüchtlinge und Migranten aus Burma, Laos und Kambodscha Zwangsarbeit leisten.

Seit der Androhung von EU-Sanktionen gegen Fischexporte aus Thailand im April 2015 hat das südostasiatische Land einen entschiedenen Kampf gegen den Menschenhandel angekündigt und einige Maßnahmen ergriffen, um die Sklaverei auf Fischtrawlern zu unterbinden. So wurden Inspektionen von Fischerbooten angeordnet und vielen Fischern die Lizenz entzogen. Außerdem wurden Menschenhändler verhaftet, denen vorgeworfen wird, Rohingya als Sklaven an Fischer verkauft zu haben. Frei gekommene Rohingya berichten jedoch, dass ihre Landsleute, deren Angehörige sie nicht freikaufen können, von Menschenhändlern auf Kutter verkauft werden.

„Thailands Kampf gegen den Menschenhandel beschränkt sich bislang zu sehr auf demonstrative Gesten, um die EU und die USA beruhigen“, erklärte Delius. „Von einem flächendeckenden und mit den lokalen Behörden abgestimmten Vorgehen kann noch nicht die Rede sein. Dem verbalen Aktionismus müssen vor allem bei der Bekämpfung der Korruption weitere Taten folgen.“

Thailand ist drittwichtigster Fischproduzent der Welt. Die thailändische Fischindustrie macht jährlich mehr als sieben Milliarden Euro Umsatz. In die EU exportiert das Land Fisch im Wert von mehr als einer Milliarde Euro, der vor allem als Tierfutter verwertet wird.

Header Foto: Flickr/European Commission DG ECHO

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