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Aktuelles News & Artikel Frauen aus Srebrenica zu Gast in Göttingen

Auf dem Weg zum Internationalen Gerichtshof in den Haag

Frauen aus Srebrenica zu Gast in Göttingen

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Am kommenden Montag, dem 27. Februar 2006, beginnt vor dem Internationalen Gerichtshof (ICG) in Den Haag die Anhörung zur Klage der Republik Bosnien-Herzegowina gegen Serbien-Montenegro wegen Aggression und Völkermord während des Krieges 1992 bis 1995. Aus diesem Anlass reisen 50 Frauen aus Srebrenica, Überlebende des schlimmsten Massakers in Europa seit Ende des 2. Weltkrieges, auf Einladung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) nach Den Haag, um dort vor den Toren des Gerichtshofes mit einer Mahnwache ihrer toten Männer, Söhne und Brüder zu gedenken. Die GfbV hat mit ihrer detaillierten Dokumentation der Kriegsverbrechen wesentlich zu dieser Anklage beigetragen.

Auf ihrem Weg machen die Frauen, die neun Verbände vertreten, vom 24. bis zum 26. Februar in Göttingen Station. Hierher eingeladen hat sie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), deren bosnische Sektion mit Büros in Sarajevo und Srebrenica vertreten ist. Dort werden sie am Samstag, 25. Februar, um 10.30. Uhr im Bistro des Deutschen Theaters empfangen. Nach einer Begrüßung durch den Tilman Zülch, Präsident der GfbV-International, werden Bürgermeister Ulrich Holefleisch (Grüne), die Bundesschatzmeisterin der SPD Inge Wettig-Danielmeier, der Fraktionsvorsitzende im Landtag in Hannover Stefan Wenzel zu den Frauen sprechen. Zwei der Frauen werden über das von ihnen erlittene Kriegsschicksal berichten. Der Empfang wird musikalisch begleitet durch Schülerinnen der Musikschule „Musi-Kuss“ unter der Leitung von Christine Büttner.

WIR LADEN HERZLICH EIN ZUM EMPFANG

FÜR DIE BOSNISCHEN FRAUEN AUS SREBRENICA

Samstag, 25. Februar 2006

10.30 Uhr

Bistro des Deutschen Theaters in Göttingen

Das Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof (ICG) in Den Haag ist das erste überhaupt, in dem ein Staat gegen einen anderen klagt. Nachdem dort bereits seit 1993 Prozesse wegen Kriegsverbrechen an bosnischen Zivilisten geführt werden, soll jetzt das Belgrader Regime des Slobodan Milosevic für die dreijährige Aggression gegen Bosnien-Herzegowina (1992-1995) und den Genozid an den zur Verantwortung gezogen werden. Mehr als 90 Prozent der Opfer waren bosnische Muslime/Bosniaken. Das Regime war gemeinsam mit den Streitkräften der bosnischen Serben unter dem Kommando von Mladic und Karadzic und vielen paramilitärischen Einheiten verantwortlich für die Errichtung von über hundert Internierungs- und Konzentrationslagern, in denen mehr als 200 000 bosnische Zivilisten inhaftiert waren und über 20 000 Häftlinge ums Leben kamen.. Bis zu 30 000 bosnische Frauen wurden systematisch vergewaltigt, unter anderem in den Vergewaltigungslagern von Visegrad und Foca..

ACHTUNG BILDREDAKTIONEN: Vor dem Empfang wird das Deutsche Theater mit einem 60 Meter langen Transparent eingehüllt, auf dem die Namen von 8106 toten Männern, Knaben und Greisen aufgeführt sind, die den Massakern in Srebrenica in der Woche zwischen dem 11. und 19. Juli 1995 zum Opfer fielen.

Für Nachfragen steht Ihnen Tilman Zülch unter 0151 153 098 88 zur Verfügung.

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