Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appelliert an die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), sich bei dem iranischen Außenminister Ali Akbar Salehi für die Freilassung von zwei Bahá’i-Frauen mit ihren kleinen Kindern einzusetzen. Ali Akbar Salehi soll am Montag, den 4. Februar 2013, bei der DGAP über Irans Rolle für einen „regionalen Frieden“ in Berlin reden. „Es ist ein Skandal, dass die DGAP Vertreter eines Regimes einlädt, das tagtäglich Menschen- und Minderheitenrechte mit Füßen tritt“, erklärte der Nahostreferent der GfbV, Dr. Kamal Sido, am heutigen Freitag in Göttingen.
„Selbst Mütter mit ihren Babys werden von iranischen Behörden nicht verschont und bis zu mehreren Jahren unter unmenschlichen Bedingungen in iranischen Gefängnissen festgehalten.“ Seit dem 22. September 2012 befinden sich in einem Gefängnis in der Stadt Semnan, die 220 Kilometer östlich von Teheran liegt, Taraneh Torabi mit ihrem fünf Monate alten Sohn Barman und Zohreh Nik-Aein mit dem zehn Monate alten Sohn Resam. Beide Mütter wurden mit ihren Babys in das berüchtigte Gefängnis von Semnan gebracht, wo den Insassinnen Folter und sexueller Missbrauch drohen.
„Diese jungen Bahá’i-Frauen haben nichts verbrochen. Ihre einzige Schuld ist, dass sie Angehörige der Bahá’i-Religionsgemeinschaft sind“, sagte Sido. Die beiden Iranerinnen haben nur von ihrem Recht auf Glaubensfreiheit Gebrauch gemacht und wurden dafür von einem Gericht in Semnan zu jeweils 20 und 23 Monaten verurteilt. Der Staat erkennt die Religionsgemeinschaft der Bahá’i nicht an — die Gläubigen gelten als „Apostaten“, als „vom Islam Abgefallene“.
Die mehr als 300.000 Bahá’i in Iran werden seit dem Amtsantritt von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Jahr 2005 systematisch verfolgt. Sie dürfen keine Universitäten besuchen, ihre Wohnhäuser und Geschäfte werden in Brand gesteckt, ihre Friedhöfe geschändet. Willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Die Vorwürfe sind stets die gleichen: „Propaganda“ und „Agitation“ gegen die Islamische Republik oder Spionage für Israel.
In dem Vielvölkerstaat Iran werden alle nichtpersischen Volksgruppen und nicht-schiitischen Glaubensgemeinschaften wie Aseri, Kurden, Araber, Belutschen, Turkmenen und die religiösen Minderheiten der Baha’i oder Christen unterdrückt und diskriminiert.

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