Zum Inhalt springen
Aktuelles News & Artikel Friedensinitiative für Ugandas Kindersoldaten ergreifen!

OFFENER BRIEF an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Friedensinitiative für Ugandas Kindersoldaten ergreifen!

Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen

Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

der Filmbeitrag in den tagesthemen hat noch einmal das traurige Schicksal der Kindersoldaten im Norden Ugandas vor Augen geführt. Allein in diesem Jahr sind dort 19.000 Kinder durch Krieg, Entführung und Mord ums Leben gekommen oder sie sind in den 200 Flüchtlingslagern an Entkräftung gestorben. 13.000 Kinder wurden seit 2003 entführt und mit äußerster Brutalität zu Kindersoldaten gemacht. Woche für Woche kommen weitere 1.000 Menschen ums Leben. 40.000 Kinder und Jugendliche müssen jeden Abend bis zu zehn Kilometer laufen, um sich in den Städten zu verstecken und den nächtlichen Angriffen zu entfliehen. 1,6 Millionen Menschen, 90 Prozent der Bevölkerung der Kriegsregion, befinden sich in Lagern und leben in ständiger Furcht vor beiden Kriegsparteien.

Heute erhalten wir in ununterbrochener Folge Anrufe aus allen Teilen Deutschlands von Menschen, die eine Friedensinitiative für Uganda unterstützen wollen. Für die Verbrechen im Norden des Landes ist nicht nur die Rebellenarmee, die so genannte Lord’s Resistance Army, verantwortlich. Auch die Regierung Museveni lässt ihre Armee morden, plündern und vergewaltigen. Obwohl 50 Prozent des Haushaltes Ugandas von außen finanziert wird, hat es keinerlei Friedensinitiative von Seiten des Weltsicherheitsrates, der Europäischen Union oder der Vereinigten Staaten von Amerika gegeben.

Wir appellieren dringend an Sie, gemeinsam mit der österreichischen Außenministerin Ursula Plassnik, deren Land am 1. Januar 2006 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, eine Friedensinitiative der Europäischen Union für die Menschen in Uganda durchzusetzen und so gemeinsam auch den Weltsicherheitsrat zum Handeln zu bewegen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Tilman Zülch, Generalsekretär

PS: Dass eine Friedensinitiative erfolgreich sein kann, haben wir im Südsudan erleben dürfen. Dort haben die USA eine Autonomieregelung vorgeschlagen und schließlich durchgesetzt. Im Süden des Sudan herrscht jetzt weitgehend Frieden. Dort waren in 40 Jahren Krieg und Genozid drei Millionen Menschen vernichtet worden. Dringend muss endlich auch für Darfur im Westen des Sudan Frieden durchgesetzt werden.

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren

Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.