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Aktuelles News & Artikel Gesellschaft für bedrohte Völker fordert Kontingentlösung für 30.000 Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo

Die Vergangenheit verpflichtet uns:

Gesellschaft für bedrohte Völker fordert Kontingentlösung für 30.000 Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo

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Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.

Nach der erfreulichen Aufnahme von 2,5 Millionen Russlanddeutschen, 200.000 jüdischen Bürgern der GUS-Staaten und jüngst 2.500 Christen aus dem Irak, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) erneut eine Kontingentlösung auch für die etwa 30.000 langansässigen Roma-Flüchtlingen und Vertriebenen aus dem Kosovo.

„Es ist wenig überzeugend, wenn das ganze Land ständig die Schrecken des Nationalsozialismus diskutiert, von der Vernichtung von 500.000 deutschen und europäischen Sinti und Roma aber kaum die Rede ist. Gleichzeitig aber werden traumatisierte Roma-Flüchtlinge und ihre Kinder von deutschen Behörden gejagt. In diesem Zusammenhang irritiert uns, dass die Abschiebungspolitik des französischen Präsident Nicolas Sarkozy ein gewaltiges Medienecho erfuhr, die diskriminierende und unmenschliche Behandlung dieser Flüchtlinge in Deutschland aber so wenig Aufmerksamkeit erhält“, erklärte Tilman Zülch, Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker. „Die Vergangenheit verpflichtet uns zu einer Kontingentlösung, damit diese unsägliche Unsicherheit dieser drangsalierten Menschen ein Ende findet“.

1. Unter den Augen der NATO-Truppen, auch aus Deutschland, zerstörten albanische Extremisten nach der Befreiung ihres Landes im Frühsommer 1999, 70 der 73 Siedlungen der Roma-Minderheit. Begleitet von Misshandlungen, Folterungen, Vergewaltigungen und Morden wurden etwa 80 Prozent der Kosovo-Roma aus dem Lande gejagt. 30.000 fanden Zuflucht in Deutschland.

2. Seither haben deutsche Innenministerien und Ausländerbehörden diesen Flüchtlingen zunächst jahrelang die Weiterbildung ihrer Kinder nach Schulabschluss, den Erwachsenen die Arbeitsaufnahme und den Familien ein gesichertes Bleiberecht verweigert sowie die Bewegungsfreiheit auf den jeweiligen Landkreis beschränkt.

3. Obwohl die Vereinten Nationen, das Europaparlament, die Europäische Union und der Europarat vor Abschiebungen der Roma-Flüchtlinge in den Kosovo gewarnt haben, zerstören deutsche Innenministerien bereits seit Jahren das Leben von langansässigen Flüchtlingsfamilien. Sie haben Väter von Müttern, Eltern von Kindern oder Geschwistern voneinander getrennt und selbst Schwerkranke, Schwangere und Alte ins „Nichts“ deportiert.

4. Übereinstimmend berichten internationale Institutionen, unabhängige Journalisten und Menschenrechtsorganisationen von der dramatisch hohen Arbeitslosigkeit im Kosovo (45 Prozent bei der albanischen und 98 Prozent bei der im Lande gebliebenen Roma-Bevölkerung), und der de facto nicht vorhandenen medizinischen Betreuung der „rassisch“ diskriminierten Minderheit.

Tilman Zülch ist für Nachfragen unter 0151-15309888 erreichbar.

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