Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Die weit verbreitete Zurücksetzung und Diskriminierung der russlanddeutschen Aussiedler hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember beklagt. Der Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation für ethnische und religiöse Minderheiten, Tilman Zülch, forderte zu größerer Offenheit und Unvoreingenommenheit gegenüber Angehörigen dieser Volksgruppe auf. „In Russland als Deutsche diskriminiert, hier als Russen geschmäht, fühlen sich viele von ihnen zurückgestoßen und benachteiligt“, sagte er. „Mehr als eine halbe Million Kinder Russlanddeutscher sind inzwischen hier geboren und aufgewachsen. Obwohl ihre große Mehrheit sich hier erfolgreich integriert und der Beitrag dieser Volksgruppe für die Sozialkassen einen erheblichen Nettogewinn eingebracht hat, schlägt Neuankömmlingen heute meist Unverständnis und Zurückweisung entgegen und sie müssen gegen Vorurteile und Vorverurteilungen kämpfen.
Zülch erinnerte an die erschütternde Geschichte der Russlanddeutschen in der früheren Sowjetunion. Zum Teil bereits vor mehreren Jahrhunderten in das Riesenreich ausgewandert, verloren rund 485.000 Russlanddeutsche im Ersten und Zweiten Weltkrieg unter Stalin und Lenin ihr Leben. Diese Minderheit wurde kollektiv in die entlegensten Gebiete der Sowjetunion nach Sibirien und Zentralasien deportiert. Auch nach ihrer Rehabilitation in den 50-er wurden die Russlanddeutschen massiv diskriminiert und in ihrer Entwicklung behindert. Heute leben fast drei Millionen Angehörige dieser Volksgruppe in Deutschland.

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