Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Demonstration in Hannover:
am Montag, den 12.03.2012,
ab 16.00 Uhr, Kröpcke (Innenstadt Hannover)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unterstützt den Aufruf der in Hannover lebenden Kurden aus Syrien und ihrer Freunde zu einer Demonstration anlässlich des 8. Jahrestages der blutigen Niederschlagung eines kurdischen Aufstandes im März 2004.
„Vor acht Jahren haben sich die Kurden allein gegen die Herrschaft der Baath-Partei erhoben; heute stehen nahezu alle Syrer Hand in Hand gegen die Diktatur von Baschar al Assad“, erklären die kurdischen Organisationen, die gemeinsam zu der heutigen Demonstration aufgerufen haben.
Im März 2004 hatten syrische Sicherheitskräfte in der Stadt Qamishli im äußersten Nordwesten des Landes bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und arabischen Fußballfans eingegriffen. Dabei gab es Tote und Verletzte. Bei den nachfolgenden Demonstrationen wurden mindestens 30 kurdische Zivilisten getötet, mehr als 1000 wurden verletzt und mehr als 2500 verhaftet. Dennoch gelang es der kurdischen Bevölkerung, ihre Gebiete entlang der syrisch-türkischen Grenze im Norden des Landes für einige Tage vollständig zu befreien.
Heute gibt es in ganz Syrien Proteste. Doch trotz unverminderter Brutalität des syrischen Regimes, das seit März 2011 Panzer, Artillerie, Raketenwerfer und Hubschrauber gegen die Protestierenden einsetzt, gelingt es dem Diktator nicht, den Aufstand niederzuschlagen. Auch die Aufständischen sind nicht im Stande, die Diktatur zu Fall zu bringen. Laut UN sollen mindestens 8000 Menschen getötet worden sein. Die GfbV geht wie andere Menschenrechtsorganisationen auch von mindestens 10.000 Toten und 30.000 Flüchtlingen, die im Libanon, in Jordanien und in der Türkei Zuflucht suchten, aus.
Teile der Armee sind zu den Demonstranten übergelaufen und bilden die so genannte „Freie Armee Syriens“. Das Regime Assads spricht von islamistischen Terroristen, die hinter den Protesten stehen. Das Land fällt immer mehr in einen blutigen Bürgerkrieg. „Eine internationale Syrien-Konferenz, an der alle Beteiligten gleichberechtigt mitentscheiden, wie die Zukunft des Vielvölkerstaates aussehen wird, rückt da in weite Ferne“, sagt Sido.

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