Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
In der indonesischen Provinz Aceh im Nordwesten von Sumatra wurde am 14. September 2009 vom Regionalparlament einstimmig die Todesstrafe für Ehebruch beschlossen. Verheiratete werden künftig für Ehebruch mit dem Tode durch Steinigung bestraft, Unverheiratete bekommen 100 Stockschläge.
Auf Homosexualität stehen bis zu 100 Stockhiebe sowie eine Geldstrafe im Wert von maximal 1.000 Gramm Feingold oder bis zu 100 Monate Gefängnis. Für Pädophilie beträgt die Strafe bis zu 200 Stockhiebe und 2.000 Gramm Gold oder bis zu 200 Monate Gefängnis. Vergewaltiger müssen mit mindestens 100 und maximal 300 Stockschlägen rechnen sowie mit einer Haftstrafe zwischen 100 und 200 Monaten.
Das verschärfte Scharia-Gesetz wurde von konservativen Muslimen, die bei den jüngsten Regionalwahlen keine Mehrheit erhielten, noch schnell zwei Wochen vor der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments verabschiedet. Das neue Gesetz soll in 30 Tagen in Kraft treten. Mehrere Menschenrechtsorganisationen haben das Gesetz scharf kritisiert und demonstrierten vor dem Provinzparlament.
In Indonesien mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt dominiert ein gemäßigter Islam. Erst seit Ende der Diktatur 1998 gewinnen islamistische Tendenzen an Einfluss. Um die Unabhängigkeitsbestrebungen in der Provinz Aceh zu schwächen, wurde im Jahr 1999 mit der Zusicherung eines Sonderautonomiestatus durch die indonesische Zentralregierung, die Scharia eingeführt.

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