Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Weltsicherheitsrat berät über Waffenembargo
UN-Presseerklärung, 29.9.2006
Der Weltsicherheitsrat hat beschlossen, einen Ausschuss von Experten, der sich mit dem Waffenembargo für Darfur beschäftigt, um ein weiteres Jahr zu verlängern und das vierköpfige Gremium um eine Person zu erweitern
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Misna, 19.9.2006
Darfur: Zuviele Worte, zu wenig Taten
Das Friedensabkommen für Darfur ist „praktisch tot, es ist jeden Tag systematisch verletzt worden“, erklärte der UN-Sondergesandte für den Sudan, Jan Pronk. Der UN-Vertreter verurteilte den Einsatz „sexueller Gewalt“ als „Werkzeug des Terrors“ und die Bombardierung von Dörfern in Darfur durch sudanesische Kampfflugzeuge.
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BBC / Reuters, 19.9.2006
UN-Friedenstruppen für Darfur nicht in Sicht
Trotz eines positiven Votums des Weltsicherheitsrates ist eine schnelle Stationierung von Un-Friedenstruppen in Darfur nicht in Sicht. Die sudanesische Regierung wiederholte nochmals ihre kategorische Ablehnung jeder Stationierung einer UN-Friedenstruppe. US-Präsident Bush, Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac und Chinas Staatsführung hatten zuvor vergeblich an den sudanesischen Präsidenten appelliert, der Stationierung von UN-Blauhelmtruppen zuzustimmen. Präsident Bush erklärte, die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen stehe auf dem Spiel.
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Reuters, 19.9.2006
Sudan wirft Israel Einmischung vor
Sudans Präsident Al Bashir hat jüdischen Organisationen und der israelischen Regierung vorgeworfen, den Sudan zu verleumden und mit internationalen Protesten zur Lage in Darfur sein Land destabilisieren zu wollen. Hauptziel sei, die Sicherheit Israels zu gewährleisten. Dafür würden arabische Staaten wie der Sudan systematisch destabilisiert.
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Sudan Tribune, 19.9.2006
US-Regierung ernennt Sondergesandten für den Sudan
US-Präsident George W. Bush hat Andrew Natsios, den früheren Chef der US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID), zum neuen Sondergesandten für den Sudan erklärt. Natsios hatte schon vor Monaten vor einem Desaster in Darfur gewarnt und zu niedrige Opferzahlen der Vereinten Nationen kritisiert.
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Gewalt in Darfur gleicht einem Völkermord, erklärt SPD-Abgeordneter
Presseerklärung SPD-Bundestagsfraktion, 18.9.2006
Der Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion, Christoph Strässer, zeigte sich sehr besorgt über die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in Darfur. Ganz offensichtlich setze die sudanesische Regierung nicht auf Frieden, sondern auf eine militärische Lösung des Konflikts. Angesichts der Bilanz des Schreckens in Darfur habe der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, erklärt, die internationale Staatengemeinschaft müsse reagieren wie bei einem Völkermord.
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New York Times, 17.9.2006
Rettet Darfur-Tag macht weltweit Schlagzeilen
Mit Protestaktionen in mehr als 40 Staaten machten Organisationen im Rahmen der „Rettet Darfur-Koalition“ am vergangenen Wochenende auf die dramatische Lage in Darfur aufmerksam und forderten eine schnelle Stationierung von UN-Friedenstruppen. Alleine in New York nahmen 30.000 Menschen an einer Protestaktion im Central Park teil. Medien in aller Welt berichteten über die Proteste und über die sich verschlimmernde Lage in Darfur.
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Associated Press, 17.9.2006
Premierminister Blair appelliert an EU
Premierminister Tony Blair hat an alle EU-Regierungen appelliert, sich gemeinsam für ein schnelles Ende der Gewalt in Darfur einzusetzen. Die EU müsse eine führende weltweit bei den Bemühungen spielen, die öffentliche Meinung in Sachen Darfur zu mobilisieren, erklärte der Regierungschef.
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Associated Press, 16.9.2006
Prominente engagieren sich für Darfur
Die Musiker Elton John, Annie Lennox, Bob Geldof, Emma Thompson und Anita Roddick, die Gründerin des Unternehmens Body Shop, appellierten an Premierminister Tony Blair, die schnelle Stationierung von UN-Friedenstruppen in Darfur mit oberster Priorität zu betreiben.
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IRIN / BBC, 5.9.2006
Wieder stirbt eine Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation – UN-Generalsekretär warnt Khartum
Eine für das International Rescue Committee tätige 37 Jahre alte sudanesische Krankenschwester wurde bei Kämpfen in Habasha, 100 Kilometer nördlich von El Fasher, getötet. Somit starben seit Mai zwölf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Insgesamt sind rund 14.000 Helfer im Westen des Sudan tätig.
UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte die sudanesische Regierung, sie trage die Verantwortung dafür, wenn sich die humanitäre Lage weiter verschlechtere. Khartums Widerstand gegen die Stationierung von UN-Friedenstruppen gefährde die humanitäre Hilfe für drei Millionen Menschen, erklärte der UN-Generalsekretär.
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Misna / Associated Press, 3./ 2.9.2006
Neue Kämpfe
Trotz des Friedensvertrages kommt es seit August verstärkt zu Kämpfen zwischen der sudanesischen Armee und Widerstandsgruppen in Darfur. Mindestens 20 Zivilisten wurden bei bewaffneten Auseinandersetzungen, die am 28. August zwischen den Orten Um-Sidir, Sayah, Turra und Kulkul 50 Kilometer nördlich der Stadt El Fasher ausbrachen, getötet. Sudanesische Streitkräfte setzten dabei nach Zeugenaussagen zur Unterstützung ihrer Bodentruppen auch Flugzeuge ein, die die Ortschaften bombardierten. Mehr als eintausend Menschen flohen vor der Gewalt. Beobachter hatten schon Mitte August vor einer neuen Großoffensive der sudanesischen Armee gewarnt und über massive Truppenbewegungen berichtet. Bereits am 28. Juli hatten sudanesische Militärs gemeinsam mit Janjaweed-Milizen Dörfer nördlich von El Fasher in einer ersten Offensive angegriffen. Von Antonov-Bombern und Hubschraubern seien Bomben abgeworfen worden, berichteten Augenzeugen. Hunderte Menschen seien daraufhin geflohen.
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BBC, 2.9.2006
Slowenischer Journalist wird begnadigt
Nach wochenlanger Haft wurde der slowenische Fotojournalist und Präsidentenberater Tomo Kriznar am 2. September vom sudanesischen Staatspräsidenten begnadigt und durfte in seine Heimat ausreisen. Kriznar war am 20. Juli in Darfur verhaftet worden und im August wegen Spionage und illegaler Einreise (über den Tschad) zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt worden. Seine Verhaftung und Verurteilung war auch eine Warnung an die internationale Staatengemeinschaft, sich nicht in sudanesische Angelegenheiten einzumischen.
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