Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Die Ashaninka müssen erleben, wie Holzfirmen über die Grenze von Peru nach Brasilien kommen, um illegal Bäume zu fällen und abzutransportieren. So gaben die indigenen Organisationen „Organização dos Povos Indígenas do Rio Juruá” (OPIRJ), die „Associação Ashaninka do Rio Amônia” (Apiwtxa) und die „Associação Kaxinawá do Rio Breu” (AKARIB) bekannt, dass die peruanischen Holzabbaufirmen – unter ihnen die Firma Forestal Venao SRL – die derzeitige Trockenzeit ausnutzen, um den Wald abzuholzen.
Am 2. Juli 2007 unternahmen der Ashaninka-Vertreter Isaac Piyãko und die Umweltbehörde IBAMA einen Flug über das Gebiet des Alto Juruá und entlang der brasilianisch- peruanischen Grenze, wobei sie erschrocken die fortschreitende Zerstörung feststellen mussten.
Peruanische Abholzfirmen dringen mit großen Maschinen und vielen Mitarbeitern in das Gebiet ein. Sie bauen eine illegale Straße weiter aus, welche indigene Regionen und Naturreservate des Gebietes Alto Juruá im Bundesstaat Acre durchschneidet. Die Straße, die in der Ortschaft Puerto Itália, am Rand des Flusses Ucayali beginnt und die bereits vor drei Jahren die Quellen des Flusses Amônia erreichte, macht die Invasion der Holzabbaufirmen auf brasilianisches Territorium möglich. Sie durchkreuzt das Land von Ashaninka-Gemeinschaften auf peruanischer Seite. Die Baumaßnahmen schreiten jetzt in Richtung des linken Ufers des Juruá Flusses voran. Durch die Öffnung breiter Schneisen im Urwald werden große Mengen an Edelhölzern abgeschlagen, ohne jegliche Form umweltfreundlicher Holzwirtschaft zu respektieren. {bild1}Wie das Foto zeigt, werden die geschlagenen Baumstämme am Rand dieser Straßen für den zukünftigen Transport gestapelt.
In einem offenen Brief vom 3. Juli bitten die Ashaninka um Unterstützung, diese Entwicklungen aufzuhalten, die ihren Wald, den Wildbestand, ihre Nahrungs- und Existenzgrundlagen zu zerstören drohen. Sie fordern das sofortige Einschreiten der Bundes- und Landesregierungen, um den Einschlag zu stoppen. Sie wollen internationale Foren und Gerichte hinzuziehen, um ihr Überleben in ihrem Gebiet, das Naturreservat und die Biodiversität dieser Region zu schützen. So bitten sie zudem darum, dass ein Team von Experten ein Gutachten über die verursachten Schäden an Urwald, Fauna und Flussquellen erstellt, damit sie Anklage gegen die Holzfirmen und die peruanische Regierung, die mehrmals über diese Übergriffe unterrichtet wurde, erheben können.
Die UNO, die Interamerikanische Menschenrechtskommission und die Organisation Amerikanischer Staaten OAS begleiten den Fall bereits und unterstützen die Ashaninka bei einer Anklage vor internationalen Gerichtshöfen.
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