Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Am gleichenTag, an dem das türkische Parlament über eine militärische Aggression gegen den friedlichen irakischen Bundesstaat Kurdistan diskutiert, ist einer der bekanntesten Repräsentanten der armenischen Minderheit, der Chefredakteur der armenischen Zeitung „Agos“, Hrant Dink, ermordet worden. „Armee, Justiz, Regierung und große Teile der Medien der Türkei verbrei-ten eine Atmosphäre ständiger nationalistischer Hetze gegen die christlichen und kurdischen Minderheiten“, erklärte der Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker Tilman Zülch. Ein Staat, der in ununterbrochener Folge Journalisten, Wissenschaftler, Lehrer, aber auch Bürger und Menschenrechtler vor Gericht zerrt, wenn sie sich für legitime Rechte der christlichen und kurdischen Bevölkerung einsetzen oder vergangene Vernichtungen anklagen, darf keinen Platz in der Europäischen Union erhalten. Wir appellieren heute an die 25 Mitgliedsstaaten der EU die Freilassung der etwa 2000 politischen Gefangenen kurdischer Nationalität und die Rücksiedelung von zwei Millionen aus viertausend zerstörten Dörfern vertriebenen Kurden zu einer zentralen Vorbedingung eines eventuellen EU-Beitrittes zu machen.

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