Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unterstützt den Aufruf von KOMKAR, Verband der Vereine aus Kurdistan e. V., zu einer Demonstration unter dem Motto: „Kein Krieg gegen das friedliche Irakisch-Kurdistan!“ in Hamburg:
Beginn der Demonstration am Samstag, den 10. November 2007
um 15.00 Uhr
Start vor der S-Bahn-Station Sternschanze
Kundgebung am Vorplatz Altona-Bahnhof etwa um 17:00 Uhr
Gastredner: Tilman Zülch, Generalsekretär der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)
Seit Wochen droht die Türkei damit, militärisch in das irakische Bundesland Kurdistan einzumarschieren. Mehr als 100.000 Soldaten hat sie deshalb entlang der türkisch-irakischen Grenze zusammengezogen. Als Vorwand für die Militärpräsenz und die Invasionsdrohungen werden die Aktivitäten der PKK genannt.
Bereits am 02. November forderte die GfbV in einer Pressemitteilung die Einberufung eines internationalen Tribunals zur Untersuchung der Kriegsverbrechen von türkischer Armee und PKK in den vergangenen zwei Jahrzehnten.
Ohne die gnadenlose Unterdrückung und Verfolgung der heute etwa 15 Millionen Kurden in Südostanatolien durch Regierung und Armee der Türkei seit Ende des Zweiten Weltkrieges, hätten sich dort statt der totalitär strukturierten Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) kurdische demokratische Institutionen, Parteien, Gewerkschaften, Verlage und Medien entwickeln können. Doch deren Entstehung hätten Armee und Regierung mit Inhaftierungen, Folterungen und Morden an kurdischen Intellektuellen systematisch verhindert.
Die Forderungen der GfbV:
- Die Bundesregierung und die EU-Regierungen sollen den NATO-Partner Türkei daran hindern, das friedliche Irakisch-Kurdistan mit einem Krieg zu überziehen. Der multiethnische und multireligiöse Bundesstaat Kurdistan soll dauerhaft von der internationalen Staatengemeinschaft geschützt werden. Hier fanden seit 2003 Hunderttausende christliche Assyrer-Chaldäer-Aramäer, Kurden (Yeziden und Muslime), Shabak, Turkmenen und Araber Zuflucht.
- Die 3.835 kurdischen politischen Gefangen müssen aus den türkischen Gefängnissen umgehend freigelassen werden.
- Damit die etwa zwei Millionen vertrieben Kurden in ihre 3.876 durch die türkische Armee zerstörten kurdischen Dörfer zurückkehren können, müssen diese zunächst wiederaufgebaut werden.
- Sowohl die PKK als auch der türkische Staat sollen endgültig auf Gewalt verzichten. Damit soll eine friedliche Beilegung der Kurdenfrage in der Türkei einleitet werden.

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