Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat an den Weltsicherheitsrat appelliert, Kongos Regierung an ihre Verantwortung für die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu erinnern und zur Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen aufzurufen. „Wer seine eigene Bevölkerung aushungert, indem er Helfer am Zugang zu den Notleidenden hindert oder die humanitäre Krise schönredet, begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärte die Menschenrechtsorganisation in einem Schreiben an den peruanischen UN-Botschafter Gustavo Meza-Cuadra, der im April den Vorsitz im Weltsicherheitsrat hat.
„Angesichts der Not von 13 Millionen Menschen, die im Kongo auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, ist es ungeheuerlich, dass die kongolesische Regierung eine heute in Genf stattfindende internationale Hilfskonferenz boykottiert“, kritisierte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen. Kongos Regierung begründet ihr Fernbleiben damit, dass die Appelle internationaler Hilfsorganisationen übertrieben seien.
Die GfbV wirft der Regierung der Demokratischen Republik Kongo niedere Motive für ihr außergewöhnliches Verhalten vor. „Kongos Präsidenten Joseph Kabila ist das Schicksal seiner eigenen Bevölkerung egal. Ihm geht es nur darum, weiter an der Macht zu bleiben und fälschlich den Eindruck zu erwecken, die Lage in seinem umkämpften Land habe sich stabilisiert“, sagte Delius. Dabei sind dort noch immer mehr als 4,5 Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt, die ständig neue humanitäre Krisen verursacht. Besonders schlimm ist die Situation in den Provinzen Süd- und Nord-Kivu, Kasai und Tanganyika. Die Lage dort ähnelt der Lage im Jemen und in Syrien. Und trotzdem ließen Kongos Behörden die Alarmstufe für humanitäre Krisen in einigen dieser Regionen senken.
Seit dem Jahr 2015 ist die Zahl der Kongolesen, die unter Mangel- und Unterernährung leiden, um 71 Prozent gestiegen. Die Zahl der Cholera-Fälle hat sich um mehr als 90 Prozent erhöht. „Mit großer Sorge verfolgen wir, dass Kabilas Behauptungen massive Folgen für die Hilfslieferungen internationaler Geberländer und das Spendenaufkommen haben“, berichtete Delius. So waren im Jahr 2017 nur 56 Prozent der im Kongo benötigten Hilfe, zu der internationalen Hilfsorganisationen aufgerufen hatten, durch Zusagen von Geberländern gedeckt. „Dieser dramatische Einbruch führt dazu, dass Hilfsorganisationen ihre Arbeit einschränken müssen und Notleidenden nicht unterstützt werden können.“
Header Photo: Urban Christian News via Flickr

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