Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Berlin/München
40 Tage nach dem Mord an Natalja Estemirowa in Tschetschenien wird MEMORIAL Deutschland am 23. August 2009 mit Mahnwachen in Berlin und München der Menschenrechtlerin gedenken. Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Reporter ohne Grenzen (RoG), Amnesty International (ai) und der Deutsch-Russische Austausch rufen zu den Menschenrechtsaktionen auf.
„Wir trauern um Natalja Estemirowa. Sie musste ihren Mut, Menschenrechtsverletzungen öffentlich anzuprangern, mit dem Leben bezahlen“, sagte die Leiterin des GfbV-Hauptstadtbüros, Sarah Reinke, am Mittwoch in Berlin. „Wir trauern aber auch um unsere Freundin Sarema Sadulajewa, Mitglied im von der GfbV-Schweiz gegründeten Tschetschenischen Zivilforum, und ihren Mann Alik (Umar) Dschabrailow, die beide kurz nach Natalja Estemirowa umgebracht wurden, um Anna Politkowskaja und die vielen anderen ermordeten tschetschenischen und russischen Menschenrechtsverteidiger und Journalisten. Wir fordern die russische Regierung dringend dazu auf, der Gewalt gegen Menschenrechtsverteidiger Einhalt zu gebieten, die Verbrechen aufzuklären und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.“
In Berlin findet die Mahnwache von 17 bis 19 Uhr vor der Weltzeituhr am Alexanderplatz statt, in München vor dem Konsulat der Russischen Föderation zwischen 17 und 18 Uhr. Dabei sollen großformatige Fotos, vor denen Blumen niedergelegt werden, an Natalja Estemirowa erinnern. Die Menschenrechtlerin leitete fast zehn Jahre lang das Büro der renommierten russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL in Grosny. Sie wurde am 15. Juli 2009 vor ihrem Haus in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny in ein Auto gezerrt und wenige Stunden später in der Nachbarrepublik Inguschetien erschossen aufgefunden. Sie hatte viele Fälle von Verschwindenlassen, Folter und Mord dokumentiert und war dadurch ins Visier der russischen und tschetschenischen Machthaber geraten.
Sarah Reinke ist während der Mahnwache in Berlin erreichbar unter s.reinke@gfbv.de

Gemeinsam handeln – Newsletter abonnieren
Bleiben Sie informiert über unsere Menschenrechtsarbeit, Erfolge und aktuelle Kampagnen. Unser Newsletter bringt Ihnen Stimmen unserer Partner*innen, Analysen und Möglichkeiten zum Mitmachen direkt ins Postfach.
