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Anlässlich des bevorstehenden christlichen Osterfestes hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert, endlich die Tragödie der irakischen Christen zur Kenntnis zu nehmen und sofortige Hilfsmaßnahmen für diese vergessene Minderheit einzuleiten. „Es kann doch nicht sein, dass man sich in Deutschland auf christliche und abendländische Traditionen beruft und dem Massen-Exodus der letzten 600.000 Christen aus dem Irak und der Zerstörung ihrer 2.000-jährigen Tradition und Kultur tatenlos zusieht“, sagte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch am Gründonnerstag.
Die GfbV erinnerte noch einmal an die furchtbaren Verbrechen, die der Massenflucht und -vertreibung vorangingen und noch immer andauern: 37 christliche Kirchen wurden ganz oder teilweise zerstört. Auf Nonnen, Priester und Bischöfe wurden zahlreiche Attentate verübt, die viele nicht überlebten. Angehörige der christlichen Volksgruppe wurden entführt, vergewaltigt, zu Tode gefoltert, gekreuzigt, enthauptet oder erschossen. An zahlreichen Orten im zentralen und südlichen Irak sind in den christlichen Gemeinden nur Alte, Kranke und Arme zurückgeblieben. Nach dem Mord an dem entführten höchsten christlichen Geistlichen der chaldäischen Katholiken, dem Erzbischof von Mosul Paulos Faraj Rahho, und der Ermordung seiner drei Begleiter, versuchen die letzten assyro-chaldäischen Christen jetzt, die Stadt zu verlassen.
„Wir appellieren dringend an Sie, ein Entwicklungsprogramm für die Ansiedlung christlicher Flüchtling im autonomen Bundesstaat Kurdistan und in der benachbarten, von kurdischen und christlichen Sicherheitskräften geschützten Niniveh-Ebene zu finanzieren“, heißt es in den Schreiben der GfbV an die Bundeskanzlerin und den Außenminister. Beide Regionen seien weitgehend befriedet und mit der Aufnahme von 120.000 christlichen Flüchtlingen überfordert. „Friedenspolitik und eine besondere Verantwortung für den Schutz von Minderheiten, die sich aus den traurigen deutschen Erfahrungen mit zwei totalitären Diktaturen ergeben, sollten uns auch verpflichten dieser existenziell bedrohten gejagten Minderheit schnell zur Hilfe zu kommen“, mahnte Zülch. Zugleich forderte er die Bundesregierung erneut dazu auf, ihren „törichten Boykott“ gegen den friedlichen Bundesstaat Kurdistan aufzugeben und dort dem Beispiel anderer demokratischer Staaten folgend ein Konsulat zu errichten.

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