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Aktuelles News & Artikel Menschenrechtssituation hat sich in vielen Ländern verschlechtert

38. Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am 13./14.Mai 2006 in Göttingen

Menschenrechtssituation hat sich in vielen Ländern verschlechtert

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Zum Auftakt der Jahreshauptversammlung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen hat Generalsekretär Tilman Zülch am Samstag eine Verschlechterung der Menschenrechtssituation in vielen Ländern beklagt. Vor rund 120 Delegierten aus vier Kontinenten nannte er als Beispiel den fortgesetzten Völkermord in Darfur im Westsudan. Dort seien in den vergangenen drei Jahren 400 000 Menschen getötet worden oder verhungert, rund 2,5 Millionen wurden vertrieben, ohne dass die internationale Staatengemeinschaft wirksam gegen den Völkermord eingeschritten sei. China und Russland lähmten den Weltsicherheitsrat und lieferten Waffen an das sudanesische Täter-Regime in Khartum.

„Auch die furchtbare Situation in Tschetschenien stößt auf Gleichgültigkeit in den westlichen Ländern. Freundschaftliche Beziehungen zur russischen Regierung und der Handel mit Gas und Öl sind wichtiger als Menschenleben“, kritisierte Zülch. Die Situation der Minderheiten im Irak nannte der Generalsekretär „katastrophal“. Während die Kurden im Nordirak wirtschaftlichen Aufschwung erlebten, fürchteten die christlichen Assyro-Chaldäer, die Mandäer und Yezidi im von den USA kontrollierten Süd- und Mittelirak täglich um ihr Leben. Sie seien vor Verschleppung und Mord durch fanatische Muslime nicht sicher, viele ihrer Gotteshäuser seien bereits in Flammen aufgegangen.

Vertreter aus Brasilien, Tibet, dem Kosovo, Sibirien, dem Sudan, aus des Nahen Ostens schilderten die durch Kriege, Raubbau und Vertreibung immer schwieriger werdende Situation ihrer Volksgruppen. Der Repräsentant von Taiwan in Berlin, Prof. Jhy-Wey Shieh erklärte, sein Land sei durch China bedroht und die Demokratie könne nur durch Unterstützung von außen aufrechterhalten werden. An Bundeskanzlerin Angela Merkel richtete die GfbV die Forderung, bei ihrem Besuch am 21. Mai in China Menschenrechte für Tibeter und Uiguren anzumahnen. Die Kanzlerin solle endlich mit der Umsetzung der vor zehn Jahren weltweit beachteten Tibet-Resolution des Bundestages beginnen und auf einen glaubwürdigen Dialog zwischen Peking und dem Dalai Lama drängen.

Die Mitgliederversammlung der GfbV dauert noch bis Sonntag.

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