Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Anlässlich des 16. Jahrestags der mysteriösen Entführung und Ermordung von sieben französischen Trappisten-Mönchen in Algerien hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gefordert, dass endlich die Hintergründe des Verbrechens geklärt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Der Mord an den seit langem in Algerien tätigen Mönchen hatte damals weltweit Empörung ausgelöst. Die Menschenrechtsorganisation appellierte an Staatspräsident Nicolas Sarkozy, endlich alle französischen Geheimdokumente öffentlich zu machen, um eine lückenlose Aufklärung des Verbrechens zu ermöglichen.
Präsident Sarkozy hatte am 7. Juli 2009 öffentlich zugesichert, die Geheimhaltungsstufe aller Dokumente französischer Sicherheitsdienste zu dem Verbrechen aufzuheben, um eine Ermittlung des bislang ungeklärten Tathergangs zu erleichtern. „Leider hat Präsident Sarkozy dieses Versprechen bis heute nicht umgesetzt“, erklärte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius. „So wissen wir noch immer nicht zweifelsfrei, wer für die schreckliche Bluttat verantwortlich ist.“
Die Regierung Algeriens hatte damals radikal-islamische Gewalttäter für den gewaltsamen Tod verantwortlich gemacht. Doch aufgrund von Aussagen ehemaliger algerischer Geheimdienstmitarbeiter und des französischen Generals Francois Buchwalter kamen ab dem Jahr 2009 immer mehr Zweifel an dieser offiziellen Version des Tatgeschehens auf.
Denn den Mönchen wurde von den algerischen Behörden vorgeworfen, sie hätten auch verletzte Islamisten gepflegt. Da sie nicht bereit waren, freiwillig ihr Kloster zu verlassen, habe man sie mit allen Mitteln unter Druck gesetzt, um ihre Ausreise zu erzwingen, berichten ehemalige algerische Geheimdienstmitarbeiter. So habe man sie von vermeintlichen radikal-islamischen Terroristen entführen lassen.
Ob sie gezielt von algerischen Geheimdienstmitarbeitern ermordet wurden oder bei einem Angriff der algerischen Luftwaffe versehentlich starben, ist bis heute ungeklärt. „Nur französische Geheimdokumente können hier Klarheit verschaffen“, sagte Delius. „Mysteriös ist auf jeden Fall, dass nur die Köpfe der Getöteten gefunden und bestattet wurden. Jahrelang hat die Regierung in Paris jede Aufklärung des Verbrechens durch die französische Justiz blockiert.“

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