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Shell ließ die GfbV bespitzeln

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Die erfolgreiche Kampagne der GfbV über die Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen des Ölkonzerns Shell im Gebiet der Ogoni in Nigeria hat in diesem Frühjahr ein überraschendes Nachspiel gefunden. Wie durch Medienberichte bekannt wurde, hat die Shell die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die Umweltorganisation Greenpeace zwischen April und Dezember 1996 über die britische Wirtschaftsdetektei Hakluyt durch den deutschen Filmemacher Manfred Schlickenrieder ausspionieren lassen.

Der Spitzel erschlich sich damals Zugang zum Ogoni-Netzwerk der GfbV und ein Interview mit dem GfbV-Afrikareferenten Ulrich Delius mit dem Schwindel, eine kritische Dokumentation über die Vergehen von Shell drehen zu wollen. Sein eigentliche Mission war jedoch, herauszufinden, welche Aktivitäten unsere Menschenrechtsorganisation zum ersten Jahrestag der Ermordung des Ogoni-Menschenrechtlers Ken Saro-Wiwa am 11. November 1996 plante. Denn im Winter 1995 hatte die GfbV an vorderster Stelle den Boykott von Shell gefordert und bundesweit Mahnwachen vor Tankstellen organisiert. Wegen seiner Kollaboration mit dem nigerianischen Militärregime international erlitt der Konzern mit der Muschel damals einen schweren Imageschaden und musste sich aus dem Ogoni-Gebiet zurückziehen.

Shells im Nachhinein dilettantisch durchgeführte Spionage-Operation wirft auch ein schlechtes Licht auf die Einladung der GfbV zu einem Gespräch in der Hamburger Unternehmenszentrale im Juli 1996. „Dialogbereitschaft vortäuschen und gleichzeitig Kritiker bespitzeln, ist das Ihr Verständnis vom verantwortlichen Wirken ihres Großunternehmens in einer demokratischen Gesellschaft?“, fragte die GfbV den Pressesprecher der Deutschen Shell AG, Rainer Winzenried, in einem Offenen Brief vom 6. Juli 2001. Wir forderten von seinem Unternehmen eine Entschuldigung und die sofortige Einstellung der PR-Kampagne, in der sich Shell für seinen Einsatz zugunsten der Menschenrechte selbst lobt.

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