Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Sehr geehrter Herr Minister,
der Aufstand der Tibeter gegen unerträgliche Verfolgung und Unterdrückung wird von chinesischem Militär erstickt. Die Milliarden-Nation China wurde von ihrem Regime zum „Volkskrieg“ gegen die tibetische Minderheit befohlen.
Sie haben in der Vergangenheit jede öffentliche Kritik an China abgewehrt und den Empfang des Dalai Lama durch die Bundeskanzlerin als „Schaufensterpolitik“ und „kleinliches parteitaktisches Spielchen“ diffamiert.
Damit haben Sie dem totalitären Partner-Regime in Peking wenige Monate vor der Olympiade im Grunde „freie Hand“ für diese Politik der gnadenlosen Verfolgung gegeben. Wir erwarten jetzt von Ihnen die Entsendung einer Kommission von Vertretern des Auswärtigen Amtes und von Menschenrechtsexperten, die sofort vor Ort Untersuchungen einleiten und von dort täglich berichten.
Bitte denken Sie daran, dass Tibet in den 50-er Jahren okkupiert wurde und mehr als eine Million seiner Bewohner dem Völkermord Mao Tsetungs zum Opfer gefallen sind. Dafür müssten gerade wir Deutschen und Europäer nach den Erfahrungen mit den Verbrechen zweier totalitärer Diktaturen besonderes Mitgefühl haben.
Mit freundlichen Grüßen
Tilman Zülch Ulrich Delius
Generalsekretär Asienreferent

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