Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Mindestens 25 Menschen fielen in den letzten zehn Tagen Auseinandersetzungen zwischen Uiguren und der Polizei in Chinas Nordwesten zum Opfer, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). „Dies signalisiert erneut einen massiven Anstieg der Spannungen in der Krisenregion Xinjiang / Ostturkestan“, erklärte der GfbV-China-Experte Ulrich Delius am Montag in Göttingen. „Dass die Zahl der Opfer rapide ansteigt, ist auch eine Folge immer massiverer Polizei-Einsätze, die von der lokalen Bevölkerung als willkürlich empfunden werden.“ So starben 17 Menschen bei einer Hausdurchsuchung am 17.Februar, die in einem Blutbad endete. „Opfer der Gewalt sind dabei meist Angehörige der muslimischen Minderheit, ob auf Seiten der Bevölkerung oder der Sicherheitskräfte. So töten Uiguren andere Uiguren, um Chinas Machtanspruch auf die rohstoffreiche Region zu sichern oder in Frage zu stellen.“
Der folgenreichste Zwischenfall in der vergangenen Woche ereignete sich in der Präfektur Aksu, als am 17. Februar unbewaffnete uigurische Hilfskräfte in der Stadt Yaqaeriq ein Haus durchsuchten. Als das Durchsuchungsteam die Insassen des Hauses aufforderte, das Gebäude zu verlassen, wehrten sich die Bewohner und griffen die Hilfspolizisten an. Diese suchten in der nahe gelegenen Polizeiwache Zuflucht vor den aufgebrachten Uiguren. Bewaffnete chinesische Polizisten schossen daraufhin wahllos auf die Angreifer und auf Passanten. Bei der Auseinandersetzung starben vier Hilfspolizisten, neun in dem Haus lebende Uiguren sowie vier unbeteiligte Passanten. Zwei der Erschossenen waren Frauen. Das Haus galt den chinesischen Sicherheitsbehörden als verdächtig, weil Angehörige der darin lebenden Familie aus politischen Gründen verhaftet worden waren. Zehntausende Uiguren gelten den Behörden als verdächtig, weil Angehörige aus politischen Gründen in Haft sind oder weil sie Bärte oder traditionelle islamische Kleidung tragen. „Mit Hausdurchsuchungen, Verhören und willkürlichen Inhaftierungen versucht man diese Uiguren einzuschüchtern und schürt letztlich ein Klima der Angst und einen Kreislauf der Gewalt“, erklärte Delius.
Nur einen Tag zuvor war in dem Dorf Bashquduqla in der Präfektur Hotan ein Bauer auf dem Weg zu seinem Feld erschossen worden, nachdem er sich geweigert hatte, Polizisten zu einem Verhör zu folgen.
Mindestens sieben Menschen kamen zu Tode, als es am 13. Februar im Bezirk Guma in der Präfektur Hotan zu Auseinandersetzungen zwischen Uiguren und der Polizei kam. Die Behörden verhängten unmittelbar danach eine Informationssperre.
Header Foto: Flickr/randomix

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