Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Der seit zehn Tagen verschwundene syrisch-kurdische Menschenrechtler und Gewährsmann der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV); Maschal Tamo, wurde in einem Justizgebäude in Damaskus gesehen. Eine syrische Menschenrechtsorganisation bestätigte der GfbV am Mittwoch telefonisch, dass der sechsfache Vater einem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde. Bisher wurde jedoch nicht bekannt, was die syrischen Behörden Tamo vorwerfen. Die GfbV forderte die syrische Regierung nochmals eindringlich dazu auf, den Menschenrechtler und alle kurdischen politischen Gefangenen sofort freizulassen.
Tamo war in der Nacht vom 14. auf den 15. August 2008 in der Stadt Ain al-Arab im Norden Syriens festgenommen worden. Seinen Angehörigen wurde jede Auskunft über seinen Aufenthaltsort verweigert. Misshandlungen und Folter in Polizeigewahrsam sind in Syrien an der Tagesordnung.
Da seine Festnahme von den syrischen Behörden zwischenzeitlich dementiert worden war, war die GfbV in großer Sorge um ihren Gewährsmann, der auch Sprecher der kurdischen Zukunftsbewegung ist. Er hätte das gleiche Schicksal erleiden können wie der syrisch-kurdische Geistliche Maschuk Al Khznawi, der im Mai 2005 tot aufgefunden wurde, nachdem er einige Wochen zuvor verschleppt worden war.
Die GfbV hatte alle EU- bzw. westeuropäischen Botschaften in Damaskus alarmiert und darum gebeten, sich für Tamo einzusetzen, und schriftlich an den syrischen Präsidenten Al-Assad, seinen Verteidigungs-, Justiz- und Außenminister appelliert, ihn freizulassen. Auch den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seinen französischen Amtskollegen Bernard Kouchner hatte die GfbV um Hilfe gebeten. Die Vertreterin der GfbV bei den Vereinten Nationen setzte sich für eine Freilassung Tamos beim Repräsentanten der Syrischen Arabischen Republik in New York ein. Diese internationale Öffentlichkeit hat vermutlich dazu beigetragen, dass es jetzt ein erstes Lebenszeichen des kurdischen Menschenrechtlers aus Syrien gibt.

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