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TotalFinaElf kauft schmutziges Öl aus Sibirien

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Russland ist weltweit einer der fünf größten Energieproduzenten. Zwischen 1993 und 1998 importierte Westeuropa zwischen 55 % und 78 % des russischen Erdöls. Hauptabnehmer waren Deutschland, die Schweiz, Großbritannien, Italien und Spanien. Wahrscheinlich führen alle großen Ölkonzerne Öl aus Russland ein. über TotalFinaElf wird berichtet, dass sie jedes Jahr 18-20 Millionen Tonnen russisches Öl einführen. Die Tyumen Ölgesellschaft gibt an, dass sie 70 % ihrer Exporte an TotalFinaElf liefert. Die deutsche Tochter des Energiemultis bezieht ihr Rohöl für die Leuna-Raffinerie aus Westsibirien. Bislang weist der Konzern jede Verantwortung für die schweren Schäden in Sibirien von sich. Im Gegenteil: Für rund 40 Milliarden Mark sollen neue Ölfelder erschlossen werden.

Greenpeace hat die unabhängige Firma IWACO (Consultants for water and environment) beauftragt, ein Umwelt- und Sozialprofil der westsibirischen Ölindustrie zu erstellen. Im Juni 2001 wurde das Ergebnis präsentiert. Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Region Nishnewartowsk in Westsibirien. Die Autoren gehen davon aus, dass sich die Ergebnisse der Studie auch auf andere Ölförderregionen in Westsibirien übertragen lassen. Die Bilanz ist erschreckend: Zwischen 700.000 und 840.000 Hektar Boden sind in Westsibirien mit Öl aus Bohrstellen und Pipelines verunreinigt. Die Gewässer sind in Westsibirien generell stark belastet.

Auch sozial haben sich die Ölförderregionen in Westsibirien stark verändert. Ihre traditionelle Nutzung durch die indigene Bevölkerung (Rentierzucht, Jagd und Fischerei) ist stark eingeschränkt. Die starke Zuwanderung von russischen Arbeitern führte zur Verstädterung und Verelendung der Chanten, Mansen und Nenzen. Ureinwohner erkranken deutlich häufiger an Krebs-, Herz und Drüsenerkrankungen als der Durchschnitt der Bevölkerung. Greenpeace fordert TotalFinaElf und andere Ölkonzerne dazu auf, sibirisches Öl nur dann zu kaufen, wenn es unter denselben strengen Umweltauflagen gefördert wird, die in Westeuropa gelten. Die Gesellschaft für bedrohte Völker verlangt von deutschen Importeuren von russischem Erdöl und Erdgas, dass sie einen Teil ihrer Gewinne für Projekte der Indigenen zur Verfügung stellen.

Zum Weiterlesen: www.greenpeace.de

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