Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
Große Unruhe und Empörung unter den in Deutschland lebenden tschetschenischen Flüchtlingen hat die Aussage der Hamburger Polizei ausgelöst, die drei nach einer spektakulären Großfahndung am Freitag „gefassten“ Terrorverdächtigen seien Tschetschenen. Die 21 bis 25 Jahre alten Gesuchten, von denen sich zwei selbst bei den Behörden gemeldet hatten, kamen nach Erkenntnissen der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) jedoch nicht aus Tschetschenien, sondern aus der Nachbarrepublik Inguschetien. Sie wurden inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die Angaben der Polizei zur Nationalität der Gesuchten ist nach Auffassung der GfbV eine „unverantwortliche Diskriminierung“ der Tschetschenen, die in Deutschland vor Kriegsverbrechen der russischen Truppen Zuflucht gesucht haben. Dem Völkermord in Tschetschenien sind seit 1994 bis zu 200.000 Menschen zum Opfer gefallen.
Um der pauschalen Vorverurteilung „der Tschetschenen“ auch durch deutsche Behörden entgegenzuwirken, lädt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen von den Bildredaktionen herzlich ein zu einem spontanen
Pressegespräch
am Dienstag, den 30. August 2005, um 10.30 Uhr
im Literaturhaus Hamburg
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg
mit Lipkan Basajewa, einer tschetschenischen Menschenrechtlerin und Stipendiatin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte
Said-Magomed Khatchukaev, einem tschetschenischen Regisseur und Herausgeber der Zeitung „Chechen Times“, der als Flüchtling in Hamburg lebt, sowie Sarah Reinke, GUS-Referentin der Gesellschaft für bedrohte Völker
Außerdem werden dort weitere Tschetschenen, die als Flüchtlinge in der Hansestadt leben, für Interviews zur Verfügung stehen.

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