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Aktuelles News & Artikel US-Basis Diego Garcia: Vertriebene Ureinwohner dürfen für nur einen Tag zurückkehren

US-Militär contra Menschenrechte im Indischen Ozean

US-Basis Diego Garcia: Vertriebene Ureinwohner dürfen für nur einen Tag zurückkehren

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Als „erschreckendes Beispiel dafür, wie Menschenrechte Militärinteressen untergeordnet werden“, hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Freitag die Entscheidung britischer Behörden bezeichnet, vertriebenen Ureinwohnern für nur einen Tag die Rückkehr auf die Chagos-Inseln zu gestatten. Die britische Kolonialregierung hatte die Urbevölkerung 1966 vertrieben, um dort gemeinsam mit den USA den Luftwaffenstützpunkt Diego Garcia einzurichten. Der Chagos-Archipel umfasst sechs Atolle mit mehr als 600 kleinen Inseln.

„Es ist skandalös, dass der EU-Staat Großbritannien die 2.000 Ureinwohner mit allen Mitteln an einer dauerhaften Rückkehr in ihre Heimat hindert, obwohl das Höchste Gericht in London im November 2000 die Vertreibung der Tschagosianer für illegal erklärt hat“, kritisierte die GfbV am Freitag.

Nach dem Willen der Behörden des British Indian Ocean Territory (BIOT) dürfen 100 Ureinwohner nach mehrjährigen Verhandlungen in der kommenden Woche aus humanitären Gründen je einen Tag auf drei der Inseln verbringen. Es werde wahrscheinlich ihr letzter Besuch auf den Inseln sein, auf denen sie geboren wurden und auf denen ihre Vorfahren seit dem 18.Jahrhundert lebten. Die Tschagosianer wehren sich seit mehr als zwanzig Jahren vor britischen Gerichten gegen ihre Vertreibung, obwohl sie und die Regierung des benachbarten Inselstaates Mauritius mit 14,5 Millionen Pfund von Großbritannien entschädigt wurden. Auf Mauritius leben inzwischen die meisten der Vertriebenen.

Eine dauerhafte Rückkehr müsse nicht automatisch die Schließung der Militär-Basis Diego Garcia bedeuten, da der Luftwaffenstützpunkt mehr als einhundert Kilometer von den Chagos-Inseln entfernt sei und sie seine Sicherheit nicht gefährdeten, argumentieren die Ureinwohner. Doch London lehnt jede dauerhafte Rückkehr kategorisch ab.

Heute sind in Diego Garcia vor allem US-Militärs stationiert. Der Stützpunkt hat nicht nur zentrale Bedeutung bei der Überwachung der Seewege im Indischen Ozean, sondern auch für den US-Militäreinsatz im Irak und in Afghanistan. Im August 2003 wurde bekannt, dass die USA auf Diego Garcia ein Gefangenenlager nach dem Vorbild von Guantanamo Bay unterhielten und dort mutmaßlich El-Kaida-Terroristen festhielten.

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