Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
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Nach internationalen Presseberichten steht eine Großoffensive der von den USA angeführten „Anti-IS-Koalition“ auf Rakka, Hochburg des Islamischen Staats in Syrien, bevor. Kurdische Quellen in Nordsyrien berichten, dass der Chef des US-Zentralkommandos, Joseph Vogel, in Kobane und anderen Ortschaften sowohl US-Militärberater, die Führung der „Syrian Democratic Forces“ (SDF) als auch Kommandeure der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) heimlich getroffen habe. Das Hauptthema der Gespräche soll die Vorbereitung einer großangelegten Offensive auf Rakka gewesen sein.
Rakka ist die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements am mittleren Euphrat im Osten Syriens. Ende 2010 lebten in Rakka etwa 200.000 Menschen, davon ein Drittel Kurden. Auch eine kleine Anzahl von Schiiten und Christen gehörte zur Bevölkerung von Rakka. Mitte 2013 nahm der IS die Stadt ein und verjagte die so genannten „moderaten“ Islamisten aus der Region- Auch vertrieb er die meisten Kurden aus Rakka. Die wenigen verbliebenen Kurden forderte der IS im Juni 2015 unter Todesdrohungen auf, innerhalb von 72 Stunden die Stadt zu verlassen. Auch die meisten Christen flohen nachdem der IS Rakka eingenommen hatte. Die wenigen, die vor Ort geblieben sind, müssen sich bis heute vor der islamistischen Terrormiliz fürchten. Kurz nach der Einnahme der Stadt, am 26. September 2013, setzten IS-Islamisten die armenisch-orthodoxe Kirche Sajjida-al-Bishara in Brand, nachdem zuvor bereits die Holzkreuze und christliche Bildnisse von den Wänden gerissen und angezündet worden waren. Den Christen wurde eine Kopfsteuer auferlegt, die sie regelmäßig zahlen müssen. Auch dürfen sie in der Öffentlichkeit nicht beten. Das Rauchen, der Genuss von Alkohol und das Hören von weltlicher Musik wurden vom IS verboten.
Nun soll Rakka mit Luftunterstützung der Amerikaner durch die SDF befreit werden. Doch wer ist dieses neue Militärbündnis SDF? Darüber sprach GfbV-Nahostreferent Dr. Kamal Sido während seiner dreiwöchigen Reise durch Nordsyrien im März 2016 mit dem Generalmajor Talal Silo. Der 1965 in der Ortschaft Ar-Ra’ii im Norden von Aleppo geborene sunnitische Turkmene Silo ist Sprecher der „Syrian Democratic Forces“ und Mitglied des Oberkommandos der SDF.

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