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Trotz der schrecklichen Bilder aus New Orleans dürfen die Opfer humanitärer Krisen in Afrika nicht vergessen werden, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Der Afrikareferent der Menschenrechtsorganisation, Ulrich Delius, erinnerte am Dienstag daran, dass jede Woche in den Kriegsgebieten im Norden Ugandas 1.000 Kinder, Frauen und Männer an den Folgen von Krieg, Entkräftung, Krankheiten und Unterernährung sterben. „Obwohl mehr als 30.000 Kriegsflüchtlinge seit Januar 2005 im Norden Ugandas aufgrund von Gewalt und mangelhafter Versorgung sterben mussten, interessiert sich kaum jemand für ihr Schicksal.“ Auch die vom Hungertod bedrohten Nomaden in Niger bräuchten dringend mehr Hilfe. „Fast jeden Tag erhalten wir Hilfsappelle von Tuareg, die um Unterstützung bitten, weil ihre Viehherden verendet sind“, berichtete Delius. „Zehntausende Tuareg und Peul-Nomaden stehen heute in der Sahelzone vor dem Nichts. Ohne langfristige Hilfen droht diesen Völkern ihnen der Untergang.“
Auch die jüngsten Regenfälle hätten an der katastrophalen Lage der von der Viehzucht lebenden Nomaden in der Sahelzone nichts geändert. Da ihre Herden weitestgehend vernichtet seien, hätten sie ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage verloren. Die nun beginnende Getreideernte helfe den Viehzüchtern langfristig nur wenig. Sie benötigten besondere Förderprogramme, um ihre Viehherden wieder aufzubauen. „Doch wenn die Weltöffentlichkeit sich nicht für das Schicksal der Tuareg und Peul interessiert, wird es auch keine langfristigen Hilfsprogramme für diese vom Untergang bedrohten Nomadenvölker geben“, warnte Delius.
Der vergessene Konflikt im Norden Ugandas sei eine der schlimmsten humanitären Katastrophen weltweit. Rund 1,6 Millionen Menschen hätten auf Anordnung der ugandischen Behörden ihre Dörfer verlassen müssen, um in von der Armee bewachten Flüchtlingslagern Schutz vor Übergriffen der Rebellen der Lords Resistance Army (LRA) zu suchen. Doch statt Sicherheit zu finden, sei die Lage in vielen Lagern katastrophal. Statt die Flüchtlinge zu schützen, plünderten und vergewaltigten Soldaten der regulären Armee Ugandas. Mangelhafte Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten löse immer mehr Verzweiflung bei den Flüchtlingen aus. So hätten im Juli alleine in einem Flüchtlingslager 15 Menschen Selbstmord begangen.

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