Hinweis zum Sprachgebrauch in älteren Beiträgen
Der folgende ältere Beitrag kann Sprache und Formulierungen enthalten, die heute nicht mehr den Ansprüchen einer diskriminierungsfreien und sensiblen Ausdrucksweise entsprechen. Er wurde im historischen Kontext verfasst und bewusst unverändert gelassen, um unsere jahrzehntelange Menschenrechtsarbeit zu dokumentieren.
So., 12.02.2012 13.35-14.05 Uhr
planet e.: Staudamm contra Regenwald
Film von Jana Lemme
Kamera: Nikolaus Tarouquella
Schnitt: Gabi Campos
Redaktion: Steffen Bayer
Leitung: Volker Angres</small>
Im Herzen Amazoniens liegt die größte und teuerste Baustelle Brasiliens: Hier soll das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt gebaut werden – Belo Monte. Wissenschaftler warnen vor den verheerenden ökologischen Folgen. Dieser Eingriff in die Natur wird so weitreichende Folgen nach sich ziehen, dass die Hälfte des Amazonas-Regenwaldes vernichtet werden wird.
Für Belo Monte soll mehr Erde bewegt werden als beim Aushub des Panama-Kanals. Dazu kommen Straßen, Starkstromleitungen, Siedlungen für 20.000 Arbeiter. Um Brasiliens Energiehunger zu stillen, wird eine Fläche so groß wie der Bodensee geflutet werden. Auch deutsche Unternehmen möchten davon profitieren: Mercedes Benz liefert 540 Baufahrzeuge, von Voith Hydro, einer Siemens-Tochter, sollen Turbinen, Generatoren und Transformatoren kommen – ein Großauftrag von 443 Millionen Euro.
Besonders hart trifft es Dutzende von Indianervölkern im Regenwald, deren Lebensader der Rio Xingu ist. Dieser fast 2000 Kilometer lange Seitenarm des Amazonas ist eines der letzten intakten Flusssysteme Brasiliens. In seinem klaren Wasser leben 800 Fischarten, viele davon finden sich sonst nirgendwo auf der Welt. Auf den Inseln im Rio Xingu legen Schildkröten ihre Eier ab, nisten zahlreiche Vögel. 1961 entstand hier der erste Nationalpark Brasiliens, auch, um den Lebensraum der indigenen Völker zu schützen. Die Menschenrechtsaktivistin Rebecca Sommer unterstützt die Ureinwohner bei ihrem Kampf gegen das Staudammprojekt. Planet e. hat sie auf ihrer Reise in das Amazonasgebiet begleitet. Obwohl noch rund ein Dutzend Klagen laufen, ist der Bau bereits in vollem Gange. Regierung und Konzerne schaffen Fakten. Schon 2015 soll Belo Monte 11.000 Megawatt liefern und Brasiliens Wirtschaftsboom antreiben.

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