80+ Organisationen forderten Stopp des EU-Mexiko-Handelsabkommens
Während in Mexiko noch die WM läuft, haben europäische Abgeordnete heute für ein Handelsabkommen zwischen dem lateinamerikanischen Land und der EU gestimmt, das Umweltschutz und Menschenrechte einseitigen Unternehmensinteressen unterordnet.
Über 80 zivilgesellschaftliche Organisationen aus Lateinamerika und der EU forderten die europäischen Mandatsträger*innen in einer Erklärung dazu auf, auf den geopolitischen Druck nicht mit einem schlechten Handelsabkommen zu reagieren. Denn dieses vertiefe nur die ungleichen Beziehungen zwischen den Wirtschaftsräumen. Nachhaltige Entwicklung, Fehlanzeige!
Bettina Müller, Referentin für Handels- und Investitionspolitik der Berliner NGO PowerShift erklärt dazu:
“Das Handelsabkommen zwischen der EU und Mexiko bleibt deutlich hinter anderen Abkommen zurück, die die EU in jüngster Zeit mit Ländern der Region geschlossen hat. Statt einer echten Modernisierung wurden vor allem die Privilegien für Konzerne ausgeweitet. Umwelt- und Menschenrechtsstandards bleiben unverbindlich, während Unternehmen sehr konkrete Zugangsrechte erhalten, bspw. im Bereich öffentlicher Ausschreibungen in Mexiko. Gleichzeitig werden Zölle auf landwirtschaftliche Produkte weiter abgebaut. Das schwächt die kleinbäuerliche Landwirtschaft in Mexiko. Zudem erleichtert das Abkommen europäischen Unternehmen den Zugang zu mexikanischen Rohstoffen. Das sind nur einige der Gründe, warum PowerShift und zahlreiche andere Organisationen sich einig sind: Dieses Abkommen ist nicht modern, sondern aus der Zeit gefallen. Es vertieft bestehende Ungleichheiten zwischen den Wirtschaftsräumen und ist Gift für die Umwelt und unser Klima. Wir brauchen mehr Zusammenarbeit mit Mexiko – aber nicht in Form dieses ungerechten und schädlichen Handelsabkommens.”
Jan Königshausen, Referent für Indigene Völker von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ergänzt:
“Die EU feiert das neue Freihandelsabkommen mit Mexiko als zukunftsweisenden Schritt wirtschaftlicher Kooperation. Dabei blendet sie die entstehenden sozialen und ökologischen Kosten aus. Europäische Unternehmen profitieren, indigene Gemeinschaften werden immer weiter aus ihren Territorien verdrängt. Gleichzeitig leidet die ökologische Vielfalt des Küstenraums. Die Yoreme-Mayo im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa verteidigen ihr Territorium unermüdlich gegen den Bau einer Ammoniakfabrik des schweizerisch-deutschen Unternehmens Proman in Topolobampo. Das Abkommen legitimiert die Ausbeutung von Ressourcen nachhaltig. Indigene Völker sehen sich mit dem Verlust ihrer Territorien, der Gefährdung ihrer Lebensweisen und Lebensgrundlagen konfrontiert. Gemeinschaften, die sich dagegen wehren, werden eingeschüchtert. ”
Die vollständige Erklärung gegen das Abkommen finden Sie hier: https://europeantradejustice.org/stop-the-modernised-global-and-free-trade-agreement-between-the-european-union-and-mexico/
Für Interviews und Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Bettina Müller, 0174 4537605, 36EE:?2]>F6==6CoA@H6C\D9:7E]56

Jan Königshausen
Referent für Indigene Völker
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