Afghanistan ist ein gebirgiger Binnenstaat in Zentralasien, der seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 als Islamisches Emirat geführt wird. Das Hindukusch-Gebirge bedeckt große Teile des Landes. Schätzungsweise leben dort etwa 45 Millionen Menschen (Stand: 2026). Die Taliban-Regierung wird international nur von wenigen Staaten anerkannt.
Das Land steht vor massiven Herausforderungen. Unter der De-facto-Regierung der Taliban sind Grundrechte, insbesondere für Frauen und Mädchen, stark eingeschränkt. Für Mädchen führten die Taliban kurz nach ihrer Machtübernahme ein Bildungsverbot ab der Sekundarstufe ein.
Ethnische Minderheiten in Afghanistan
Im Land leben etwa 45 Millionen Menschen, wobei die Paschtun*innen die größte ethnische Gruppe bilden, gefolgt von ((Tadschik*innen)), ((Hazara)) und Usbek*innen. Die beiden offiziellen Sprachen des Landes sind Dari (eine Variante des Persischen) und Paschtu. In den Regionen, in denen die Menschen mehrheitlich Usbekisch oder Turkmenisch sprechen, gelten diese Sprachen teils ebenfalls als Amtssprachen.
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Afghanistan war jahrelang Schauplatz von Stellvertreterkriegen zwischen West und Ost. Ausländische Militäreingriffe wie der Einmarsch der Sowjetunion 1979 und der Einmarsch der USA 2001 sowie ausländische Einmischungen haben die Entwicklung des Landes maßgeblich beeinflusst. Sowohl die Sowjets als auch die NATO hatten den Menschen ein besseres Leben versprochen, hinterließen nach ihrem Abzug jedoch nur verwüstete Landschaften.
Afghanistan leidet unter einer der weltweit schwersten humanitären Krisen. Weite Teile der Bevölkerung sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Hinzu kommt, dass das Hindukusch-Gebirge vielerorts Landwirtschaft und den Aufbau von Infrastruktur erschwert. Im Jahr 2026 benötigen etwa 21,9 Millionen Menschen (45 Prozent der Bevölkerung) lebensnotwendige Hilfe. Millionen von Menschen leben als Binnenvertriebene im eigenen Land oder sind nach ihrer Flucht unter Druck aus Nachbarländern wie dem ((Iran)) und Pakistan zurückgekehrt.
Auch wenn die offenen Kriegshandlungen weitgehend beendet sind, besteht weiterhin eine Gefahr durch Anschläge – insbesondere durch die sunnitisch-islamistische Gruppe „Islamischer Staat Provinz Khorasan“ (IS-KP) – sowie durch willkürliche Gewalt.
Katastrophale Menschenrechtslage für Frauen und Minderheiten
All diese Faktoren verschärfen die Menschenrechtslage. Frauen werden systematisch aus dem öffentlichen Leben ausgegrenzt. Es gelten strenge Kleidungsvorschriften und es bestehen Reiseverbote für Frauen ohne männliche Begleitung. Öffentliche Hinrichtungen und körperliche Strafen wie Auspeitschungen wurden wieder eingeführt.
Minderheiten, insbesondere die schiitischen Hazara, werden von den Taliban diskriminiert und gezieltet Angriffen. Die sunnitischen Taliban betrachten die schiitischen Hazara als Abtrünnige.
Die GfbV fordert Minderheitenschutz, insbesondere für die Hazara, sowie Gleichberechtigung für Frauen.
Stand: Mai 2026
Autor: Dr. Kamal Sido Redaktion: Sarah Neumeyer
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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat heute einen dringenden Appell an die Bundesregierung, die NATO, die Europäische Union, Israel sowie weitere Staaten und internationale Organisationen gerichtet und sofortige Schutzmaßnahmen für die drusische Minderheit im Süden Syriens gefordert: „Unsere Kontakte in der Region Suwaida berichten von gezielten, koordinierten Angriffen auf drusische Gemeinden. Die Lage eskaliert dramatisch. Mich persönlich haben direkte Hilferufe erreicht“, erklärte Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV, am heutigen Montag in Göttingen. „Viele Betroffene sehen die neue islamistische Regierung unter al-Scharaa als Drahtzieher dieser Eskalation. Die Kämpfe mit den Beduinen werden instrumentalisiert werden, um ein militärisches Eingreifen aus Damaskus zu rechtfertigen.“
Menschenrechtsorganisation empört: „Schämen Sie sich!“
„Die Beiträge der AfD-Politiker in der Bundestagsdebatte heute zum Gedenken an den Völkermord von Srebrenica vor 30 Jahren sind ein Schlag ins Gesicht der Überlebenden und Nachfahren. Schämen Sie sich! Ihre Partei leugnet Genozid und Gewalt, betreibt Geschichtsklitterung und unterstützt damit die nationalistischen Kräfte in Serbien“, kritisiert Jasna Causevic, Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), heute am Rande einer Srebrenica-Gedenkveranstaltung in Berlin. „Heute ist ein Tag des Gedenkens, des Innehaltens. Mütter gehen zu den Gräbern ihrer Söhne, Töchter gedenken ihrer Väter. Mit Ihren Aussagen beleidigen Sie die Erinnerung an dieses entsetzliche Verbrechen“, sagt die Menschenrechtlerin, die selbst aus der Region stammt.
Dreißig Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica bleiben zentrale Forderungen der Überlebenden und Angehörigen unerfüllt, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert: „Die internationale Gemeinschaft hat versagt – und sie versagt bis heute. Das Gedenken an die über 8.000 bosniakischen Jungen und Männer, die im Juli 1995 ermordet wurden, darf nicht vom politischen Handeln entkoppelt werden. Es braucht endlich Konsequenzen, Aufarbeitung und wirksame Prävention“, fordert Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung anlässlich des 30. Jahrestags des Massakers.
Angesichts der anhaltenden Übergriffe, Entführungen und Morde an Angehörigen der drusischen Volksgruppe in der südsyrischen Provinz al-Suwaida hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die Regierung des Haschemitischen Königreichs Jordanien appelliert, einen Grenzübergang für humanitäre Zwecke zu öffnen. Für die Übergriffe sind Milizen verantwortlich, die der neuen islamistischen Regierung in Damaskus zugerechnet werden.
Einladung zur Mahnwache am Brandenburger Tor (11.7.)
Anlässlich des 30. Jahrestages des Völkermordes von Srebrenica veranstaltet das Srebrenica Awareness Network gemeinsam mit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine Mahnwache am Brandenburger Tor, zu der wir Sie herzlich einladen:
Menschenrechtsverletzungen in Tansania durch CO2-Ausgleichsflächen
Die Maasai International Solidarity Alliance (MISA) – zu deren Mitgliedern die Menschenrechtsorganisationen FIAN und Gesellschaft für bedrohte Völker gehören – setzt sich für die Verteidigung der Menschen- und Landrechte der Maasai im Norden Tansanias ein. In einem heute veröffentlichten Statement an Volkswagen fordert MISA das Unternehmen erneut dazu auf, sich von Kohlenstoffprojekten im Norden Tansanias zu distanzieren. Die CO2-Ausgleichsflächen bedrohen laut den Organisationen die dort ansässigen indigenen Maasai-Gemeinschaften.