Ägypten ist mit einer Fläche von rund einer Million Quadratkilometern fast dreimal so groß wie Deutschland. 90 Prozent der Landfläche bestehen aus Wüste und sind nur dünn besiedelt. In Ägypten leben etwa 117 Millionen Menschen (Stand: 2024).
Seit 1980 ist der Islam Staatsreligion. Die überwiegende Mehrheit der Ägypter*innen ist sunnitisch. Die größte religiöse Minderheit sind die christlichen ((Kopt*innen)), diedas nordafrikanische Land seit fast 2.000 Jahren prägen. In Ägypten leben etwa acht bis zehn Millionen Kopt*innen. Die meisten gehören der altorientalischen-orthodoxen Kirche an.
Ägypten: Terror gegen christliche Minderheit der Kopt*innen
Die Lage der ägyptischen Christ*innen hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Das berichtet auch der in Ägypten lebende koptische Priester und Theologe Kamil Samaan. Trotzdem gibt es Missstände, Diskriminierung und Gewalt gegen die Minderheit.
Besonders in Oberägypten sind die Kopt*innen immer wieder Ziel von Terror, Schutzgelderpressung und gezielten Übergriffen durch radikale Muslim*innen – häufig mit Wissen und Billigung der lokalen Behörden. Bei diesen Verbrechen wird nur selten ernsthaft ermittelt und die religiösen Motive der Täter*innen werden vor Gericht ignoriert. Meist enden die Prozesse ohne Verurteilung. Zudem kommt es immer wieder zu Entführungen koptischer Mädchen. Diese werden gezwungen, zum Islam überzutreten, und dann zwangsverheiratet. Die Versuche von Angehörigen und Anwält*innen, dagegen anzukämpfen, werden von den Behörden oft aktiv behindert.
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Die Kopt*innen in Ägypten sind auch durch den Islamischen Staat bedroht. Koptische Kirchen sind immer wieder Ziel von Anschlägen, zu denen sich der IS bekennt. IS-Anhänger verübten mehrere Selbstmordanschläge auf Kirchen und ermordeten Kopt*innen auf brutale Weise. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) macht immer wieder auf die großen Missstände und die Diskriminierung der Kopt*innen in Ägypten aufmerksam.
Die Menschenrechtslage in Ägypten ist insgesamt kritisch. Die Regierung geht systematisch gegen Dissident*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen vor. Auch friedliche Kritiker*innen werden unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung verhaftet. Inhaftierte werden teils gefoltert. Auch Menschen, die in Ägypten Zuflucht gefunden haben, werden oft diskriminiert oder misshandelt. Die Arbeit der Zivilgesellschaft sowie die freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit werden eingeschränkt.
Unsere Forderungen:
Die Bundesregierung muss sich stärker für den Schutz der Kopt*innen einsetzen.
Koptische Christ*innen dürfen nicht als Bürger zweiter Klasse angesehen werden. Sie brauchen wirksamen Schutz vor Terror und Verfolgung, um ihre Religion frei ausüben zu können.
Die Anti-Terror-Gesetzgebung muss abgeschafft oder grundlegend geändert werden.
Stand: Mai 2026
Autor: Dr. Kamal Sido Redaktion: Sarah Neumeyer
Wofür wir uns einsetzen
Minderheiten & Indigene Völker stärken: Wir setzen uns weltweit für bedrohte Gemeinschaften ein – für Selbstbestimmung, Schutz und Teilhabe.
Menschenrechtsverletzungen sichtbar machen: Wir dokumentieren Unrecht, benennen es klar und bringen es in Öffentlichkeit, Politik und Medien. Sichtbarkeit schafft Schutz.
Völkermord verhindern & Menschen schützen: Wir erkennen Risiken frühzeitig, warnen vor Eskalationen und setzen uns entschlossen für den Schutz der Zivilbevölkerung ein. Gewalt beenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung.
Menschenrechte für alle durchsetzen: Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und stärken sie. Wir arbeiten für eine Politik ohne Doppelmoral, die Menschenrechte für alle garantiert. Solidarität und klare Haltung für Menschenrechte weltweit!
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat heute einen dringenden Appell an die Bundesregierung, die NATO, die Europäische Union, Israel sowie weitere Staaten und internationale Organisationen gerichtet und sofortige Schutzmaßnahmen für die drusische Minderheit im Süden Syriens gefordert: „Unsere Kontakte in der Region Suwaida berichten von gezielten, koordinierten Angriffen auf drusische Gemeinden. Die Lage eskaliert dramatisch. Mich persönlich haben direkte Hilferufe erreicht“, erklärte Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV, am heutigen Montag in Göttingen. „Viele Betroffene sehen die neue islamistische Regierung unter al-Scharaa als Drahtzieher dieser Eskalation. Die Kämpfe mit den Beduinen werden instrumentalisiert werden, um ein militärisches Eingreifen aus Damaskus zu rechtfertigen.“
Menschenrechtsorganisation empört: „Schämen Sie sich!“
„Die Beiträge der AfD-Politiker in der Bundestagsdebatte heute zum Gedenken an den Völkermord von Srebrenica vor 30 Jahren sind ein Schlag ins Gesicht der Überlebenden und Nachfahren. Schämen Sie sich! Ihre Partei leugnet Genozid und Gewalt, betreibt Geschichtsklitterung und unterstützt damit die nationalistischen Kräfte in Serbien“, kritisiert Jasna Causevic, Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), heute am Rande einer Srebrenica-Gedenkveranstaltung in Berlin. „Heute ist ein Tag des Gedenkens, des Innehaltens. Mütter gehen zu den Gräbern ihrer Söhne, Töchter gedenken ihrer Väter. Mit Ihren Aussagen beleidigen Sie die Erinnerung an dieses entsetzliche Verbrechen“, sagt die Menschenrechtlerin, die selbst aus der Region stammt.
Dreißig Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica bleiben zentrale Forderungen der Überlebenden und Angehörigen unerfüllt, wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert: „Die internationale Gemeinschaft hat versagt – und sie versagt bis heute. Das Gedenken an die über 8.000 bosniakischen Jungen und Männer, die im Juli 1995 ermordet wurden, darf nicht vom politischen Handeln entkoppelt werden. Es braucht endlich Konsequenzen, Aufarbeitung und wirksame Prävention“, fordert Jasna Causevic, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung anlässlich des 30. Jahrestags des Massakers.
Angesichts der anhaltenden Übergriffe, Entführungen und Morde an Angehörigen der drusischen Volksgruppe in der südsyrischen Provinz al-Suwaida hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die Regierung des Haschemitischen Königreichs Jordanien appelliert, einen Grenzübergang für humanitäre Zwecke zu öffnen. Für die Übergriffe sind Milizen verantwortlich, die der neuen islamistischen Regierung in Damaskus zugerechnet werden.
Einladung zur Mahnwache am Brandenburger Tor (11.7.)
Anlässlich des 30. Jahrestages des Völkermordes von Srebrenica veranstaltet das Srebrenica Awareness Network gemeinsam mit der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine Mahnwache am Brandenburger Tor, zu der wir Sie herzlich einladen:
Menschenrechtsverletzungen in Tansania durch CO2-Ausgleichsflächen
Die Maasai International Solidarity Alliance (MISA) – zu deren Mitgliedern die Menschenrechtsorganisationen FIAN und Gesellschaft für bedrohte Völker gehören – setzt sich für die Verteidigung der Menschen- und Landrechte der Maasai im Norden Tansanias ein. In einem heute veröffentlichten Statement an Volkswagen fordert MISA das Unternehmen erneut dazu auf, sich von Kohlenstoffprojekten im Norden Tansanias zu distanzieren. Die CO2-Ausgleichsflächen bedrohen laut den Organisationen die dort ansässigen indigenen Maasai-Gemeinschaften.