Christ*innen sind in vielen Ländern im Nahen Osten eine religiöse Minderheit. Als solche werden sie marginalisiert, stigmatisiert und verfolgt. Seit den politischen Umstürzen des „Arabischen Frühlings“ Anfang der 2010er Jahre hat sich ihre Lage stark verschlechtert. Radikale Islamisten gewinnen immer stärker an Einfluss, wodurch die Bedrohung für Nicht-Muslim*innen steigt. Extremistische Gruppierungen, die sich ein Leben ohne Christ*innen in ihrem Land vorstellen, verüben regelmäßig Angriffe. Viele Christ*innen fliehen oder verheimlichen ihren Glauben.
Obwohl das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit international als grundlegendes Menschenrecht anerkannt ist, wird es in der Praxis in vielen Ländern verletzt. Besonders gefährdet sind Christ*innen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind. Vor allem in der MENA-Region, in Pakistan, ((Syrien)) oder der ((Türkei)) werden sie massiv verfolgt – nicht nur seitens staatlicher Strukturen, sondern auch von ihren eigenen Familien und Nachbarn.
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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) setzt sich seit 1969 weltweit für verfolgte Christ*innen und andere Religionsgemeinschaften ein. Wir fordern vollständige Glaubensfreiheit. Jeder muss seinen Glauben wechseln können. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Kritik an der Anwendung der Blasphemiegesetze. Diese werden häufig gegen Christ*innen, Ahmadiyya-Muslim*innen und ((Bahá’í)) eingesetzt. Häufig wird den Betroffenen Apostasie (Abfall vom Glauben) vorgeworfen.
Stand: März 2026
Autor: Dr. Kamal Sido Redaktion: Sarah Neumeyer
Wofür wir uns einsetzen
Minderheiten & Indigene Völker stärken: Wir setzen uns weltweit für bedrohte Gemeinschaften ein – für Selbstbestimmung, Schutz und Teilhabe.
Menschenrechtsverletzungen sichtbar machen: Wir dokumentieren Unrecht, benennen es klar und bringen es in Öffentlichkeit, Politik und Medien. Sichtbarkeit schafft Schutz.
Völkermord verhindern & Menschen schützen: Wir erkennen Risiken frühzeitig, warnen vor Eskalationen und setzen uns entschlossen für den Schutz der Zivilbevölkerung ein. Gewalt beenden, für Gerechtigkeit und Versöhnung.
Menschenrechte für alle durchsetzen: Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und stärken sie. Wir arbeiten für eine Politik ohne Doppelmoral, die Menschenrechte für alle garantiert. Solidarität und klare Haltung für Menschenrechte weltweit!
Scheich Ghazal Ghazal, Vorsitzender des Obersten Islamischen Rates der Alawiten in Syrien und im Ausland. Foto: GfbV/privat
Interview mit dem Oberhaupt der Alawiten in Syrien
Ein Interview mit Scheich Ghazal Ghazal, dem Vorsitzenden des Obersten Islamischen Rates der Alawiten in Syrien und im Ausland. Das Interview führte Dr. Kamal Sido, GfbV-Referent für ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten und Nationalitäten.
Appell der bedrohten ethnischen und religiösen Minderheiten Syriens an den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung
Der Besuch von Ahmed al-Scharaa in Deutschland ist politisch beschlossen – und genau deshalb in höchstem Maße inakzeptabel. Er muss umgehend abgesagt werden. Die Lage in Syrien ist dramatisch. Zivilistinnen und Zivilisten werden allein aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit verfolgt.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) appelliert eindringlich an die Bundesregierung, den syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa wieder auszuladen. Er soll am 19. Januar nach Berlin kommen. „Wir fordern Sie auf, in Berlin keinen roten Teppich für einen Kriegsverbrecher auszurollen, während dieser in Syrien unschuldige Menschen ermorden lässt“, betont die GfbV in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Entscheidung der bolivianischen Regierung, ihr umstrittenes wirtschaftspolitisches Maßnahmenpaket zu überarbeiten und das entsprechende Dekret aufzuheben. Wochenlange Proteste sozialer Organisationen, Gewerkschaften und indigener Akteure unter Führung der Gewerkschaftsföderation COB waren der Entscheidung vorangegangen.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ruft die deutsche Bundesregierung auf, die Gräueltaten gegen Kurden in Aleppo, die vom syrischen Regime verübt wurden, zu verurteilen.
In einem beispiellosen Verfahren hat eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten dem umstrittenen Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur heute zugestimmt. Das deutsche Netzwerk Gerechter Welthandel und seine Mitgliedsorganisationen verurteilen die Missachtung der weitverbreiteten Kritik und Sorge um die Auswirkungen des Abkommens auf die bäuerliche Landwirtschaft, die Gesundheit von Verbrauchern und Produzenten, Arbeitnehmer, die Natur und das Klima.