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Iran

Blauer Pfeil

Der Iran ist ein Vielvölkerstaat in Westasien. Das Land ist etwa viereinhalbmal so groß wie Deutschland und hat etwa 93,2 Millionen Einwohner*innen. 

Die “Islamischen Republik Iran“ ist eine theokratische Republik, in der schiitische religiöse Institutionen über allem stehen. Die Macht konzentriert sich beim religiösen Oberhaupt (Rahbar), während die Kompetenzen der gewählten Organe stark eingeschränkt sind. Das religiöse Oberhaupt kontrolliert das Militär, die Justiz und die Medien. Neben dem religiösen Oberhaupt gibt es den Wächterrat, der sich aus Geistlichen und Juristen zusammensetzt. Er prüft Gesetze auf ihre Konformität mit dem Islam und selektiert Kandidaten für Wahlen vorab. Dadurch hat der Staatspräsident als Leiter der Exekutive kaum Spielraum, die Regierungsgeschäfte zu führen. Das gilt auch für das Parlament (Majlis). 

Von 1989 bis 2026 war Ajatollah Ali Chamenei der „Oberste Führer“ des Mullah-Regimes, seit 2026 steht sein Sohn Modschtaba Chamenei an der Spitze. Von 1979 bis 1989 hatte Ajatollah Ruhollah Chomeini die Macht. Vor der Islamischen Revolution 1979 war der Iran das Kaiserreich Persien und wurde seit 1925 von einem Schah regiert.

Ethnische Bevölkerungsgruppen im Iran

Rund die Hälfte der Bevölkerung sind Perser*innen, während Aserbaidschaner*innen mit etwa 16 Prozent die zweitgrößte Gruppe bilden. Sie leben vor allem in der Provinz Ost-Aserbaidschan im Nordwesten des Iran. Die drittgrößte Bevölkerungsgruppe sind Kurd*innen mit etwa zehn Prozent. Sie leben vor allem in den Provinzen Kurdistan und Kermānshāh im Westen des Landes entlang der Grenze zur ((Türkei)) und zum ((Irak)), einer Region, die auch als Ostkurdistan bezeichnet wird. Das Siedlungsgebiet der Kurd*innen erstreckt sich über die Grenzen des Iran hinaus auf die Türkei (Nordkurdistan) und den Irak (Südkurdistan) sowie – nicht angrenzend – auf Syrien (Westkurdistan). 

Weiter südlich leben die mit den Kurd*innen und Perser*innen verwandten Luren, die etwa sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen. Ihre Heimat wird als Lurestan bezeichnet. Jeweils etwa zwei Prozent der Bevölkerung machen die Araber*innen, ((Belutsch*innen)) und Turkmen*innen aus. Die arabische Bevölkerung lebt überwiegend in der südwestlichen Provinz Chuzestan. Die ((Belutsch*innen)), die ebenfalls sprachlich mit Kurd*innen und Perser*innen verwandt sind, leben in den südöstlichen Provinzen Sistan und Belutschistan an der Grenze zu Pakistan und ((Afghanistan)). Die Turkmen*innen, die wie die Aserbaidschaner*innen eine Turksprache sprechen, leben vor allem im Nordosten in den Regionen Turkmensahra und Golestan an der Grenze zur Republik Turkmenistan. 

Im äußersten Südwesten des Landes an der Spitze des Persischen Golfs leben die ((Ahwazis)) in der Provinz Chuzestan. Sie sind eine ethnisch-arabische Minderheit und nach dem historischen Namen der Region “Al-Ahwaz” benannt. Schätzungen zufolge gibt es 4 bis 4,5 Millionen Angehörige dieser Minderheit  In und um die Stadt Urmia im Westen des Landes lebt außerdem die zahlenmäßig kleine Ethnie der Assyrer*innen, die eine semitische Sprache spricht. In den großen Städten wie Teheran lebt auch eine kleine Zahl Armenier*innen.

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Religionszugehörigkeit im Iran

Der schiitische Islam ist Staatsreligion und spielt eine führende Rolle in der von den schiitischen Mullahs kontrollierten „Islamischen Republik“. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung sind schiitisch. Außerdem gibt es sunnitische Muslim*innen (etwa neun Prozent), Christ*innen, ((Zoroastrier*innen)), ((Jüdinnen*Juden)) und ((Baháʼí)). Neben den altansässigen Christ*innen (Assyrer*innen, Armenier*innen) gibt es auch neu konvertierte Christ*innen. Sie zählen gemeinsam mit den Baháʼí zu den am stärksten verfolgten und diskriminierten Minderheiten im Iran. 

Menschenrechtsverletzungen im Iran & Einsatz der GfbV

Seit ihrer Gründung setzt sich die GfbV für die verfolgten ethnischen und religiösen Minderheiten im Iran ein. Bereits 1979 informierten wir die Öffentlichkeit darüber, dass Kurd*innen im Iran Opfer von Massenhinrichtungen wurden, und forderten von Teheran ein Ende dieser Verbrechen. Wir initiierten Reisen von Journalist*innen zu kurdischen Widerstandskämpfer*innen. Ab 1989 forderten wir die Aufklärung politischer Morde an im Ausland lebenden Kurd*innen durch das iranische Regime. In den Jahren 2007 und 2010 starteten wir Kampagnen für die Freilassung kurdischer politischer Gefangener sowie inhaftierter Baháʼí. 2009 organisierten wir die internationale Konferenz „Iran: Vielvölkerstaat ohne Gleichberechtigung und Glaubensfreiheit” in Frankfurt am Main, an der Kurd*innen, Aserbaidschaner*innen, Turkmen*innen und eine Vertreterin der iranischen Frauenbewegung teilnahmen. 2010 protestierten wir mit unserer Mahnwache „Siemens AG stützt Ahmadinedschad!” in München gegen das Engagement deutscher Firmen im Iran. 2014 und 2015 demonstrierten wir vor dem Generalkonsulat in Frankfurt am Main für die Freilassung aller politischen Gefangenen. Im Jahr 2026 warfen wir den USA und Israel vor, durch ihren Krieg gegen den Iran gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben und einen Flächenbrand in Kauf zu nehmen. Nach dem militärischen Eingreifen beider Länder forderten wir die USA auf, die Menschen im Iran nicht ihrem Schicksal zu überlassen, sondern ein politisches Konzept zur Stärkung demokratischer Strukturen vorzulegen. Die GfbV fordert, den Fokus auf Minderheiten im Iran zu legen und ein menschenrechtsorientiertes Vorgehen zu verfolgen. 

Die GfbV unterstützt die Forderung der Volksgruppen im Iran nach einem demokratischen und föderalen System, das allen Volksgruppen Freiheit, Selbstverwaltung, sprachliche und kulturelle Gleichberechtigung sowie vollständige Glaubensfreiheit, einschließlich des Rechts auf Konversion, insbesondere für Muslime, die ihre Religion wechseln wollen, garantiert. Im Mittelpunkt der Forderungen der Demokratiebewegung steht vor allem der Kampf für ein selbstbestimmtes Leben für Frauen, der weltweit unter dem kurdischen Slogan „Jin, Jiyan, Azadî” (Frau, Leben, Freiheit) bekannt ist. Diese Bewegung hat sich durch den gewaltsamen Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 verstärkt.

Stand: Mai 2026

Autor: Dr. Kamal Sido
Redaktion: Sarah Neumeyer

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Wir setzen uns weltweit für bedrohte Gemeinschaften ein – für Selbstbestimmung, Schutz und Teilhabe.

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Wir dokumentieren Unrecht, benennen es klar und bringen es in Öffentlichkeit, Politik und Medien. Sichtbarkeit schafft Schutz.

Völkermord verhindern & Menschen schützen:
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Menschenrechte für alle durchsetzen: Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Menschenrechtsverletzungen und stärken sie. Wir arbeiten für eine Politik ohne Doppelmoral, die Menschenrechte für alle garantiert. Solidarität und klare Haltung für Menschenrechte weltweit!

Ihr Ansprechpartner

Kamal Sido

Dr. Kamal Sido

Referent für Nahost

E-Mail: k.sido@gfbv.de

Telefon: +49 551 / 49906-18

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