Zum Internationalen Tag der Verschwundenen, am 30. August, erinnert die Gesellschaft für bedrohte Völker an die weltweit zehntausenden Opfer dieser schrecklichen Praxis. Neben Kriminellen lassen vor allem autoritäre Regime Menschen verschwinden, die sich für die Rechte der ethnischen, religiösen oder sprachlichen Gruppe einsetzen, der sie selbst angehören.
Die äthiopische Zentralregierung hat kürzlich viele politische Gefangene entlassen, darunter hochrangige Oppositionelle. Zahlreiche weitere Menschen, die zumeist wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihres politischen Engagements inhaftiert sind, sitzen aber weiter hinter Gittern.
Die bereits prekäre Lage politischer Gefangener in Äthiopien spitzt sich weiter zu. Laut einem Statement der Familien der prominenten Häftlinge Jawar Mohammed und Bekele Gerba hätten mehrere Männer in Polizeiuniform und drei Männer in Zivilkleidung kürzlich versucht, in die Zellen der beiden Oromo-Aktivisten zu gelangen, die aus politischen Gründen im Kality Gefängnis einsitzen.
Äthiopien steht am Rande eines Umbruchs, dessen genaue Folgen kaum absehbar sind. Mehrere Milizen haben sich gegen den amtierenden Präsidenten Abiy Ahmed verbündet und marschieren auf die Hauptstadt Addis Abeba. Einen Einblick in die komplexe Gemengelage und eine Einführung in die bewaffneten Konflikte Äthiopiens bietet ein neues Memorandum der Gesellschaft für bedrohte Völker.
Äthiopiens Zentralregierung unter Präsident Abiy Ahmed Ali schwört die Zivilbevölkerung der Hauptstadt Addis Abeba auf einen bevorstehenden Angriff tigrinischer und anderer Milizen ein. Durch die bestehenden Notstandsgesetze und seit Monaten eskalierende Hassrede kommt es bereits jetzt zu schweren Übergriffen auf tigrinische Geschäftsleute und vermeintliche Regierungsgegner.
Nach einem Jahr des Blutvergießens in weiten Teilen Äthiopiens scheint eine weitere Eskalation am Horn von Afrika unvermeidlich. Truppen der Tigray People’s Liberation Front (TPLF) und der Oromo Liberation Army (OLA) haben nach Jahren gegenseitiger Ablehnung zusammengeschlossen.
Göttingen, den 12. August 2021 — Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt eindringlich vor einer Eskalation der Verbrechen in der Provinz Tigray im Norden Äthiopiens. „Der Aufruf des ät…
Nach der politischen Ermordung des Oromo-Künstlers Hachalu Hundesa am 29. Juni 2020 trieb das äthiopische Regime prominente politische Führer der Oromo zusammen: Jawar Mohammed, Bekele Gerba, Oberst Gemmechu Ayana, Hamza Borena, Shamsuddin Taha, Michael Boren, Kennasa Ayana und tausende Oromo Frauen und Männer in ganz Oromia.
Verwicklung Eritreas in Tigray-Krieg:
• Eritreisches Militär wohl für den Großteil der schweren Menschenrechtsverletzungen in Tigray verantwortlich
• GfbV fordert Aufklärung mutmaßlicher Kriegsverbrechen
• Deutschlands Entwicklungspartnerschaft mit Äthiopien darf kein Freibrief sein