Die Menschenrechtsorganisationen FIAN und Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordern, ein Klimaprojekt von Volkswagen in Tansania nicht zu zertifizieren. Hintergrund sind mehr als 100 Beschwerden, die überwiegend aus Maasai-Gemeinden stammen. Eine Auswertung der Beschwerden zeigt laut den Organisationen, dass die lokale Bevölkerung nicht ausreichend über das Projekt informiert wurde und es umfangreichen Widerstand gibt.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und FIAN Deutschland blicken mit großer Sorge auf die Berichte zweier präsidialer Kommissionen in Tansania. Diese empfehlen weitreichende Umsiedlungen der indigenen Maasai aus zentralen Schutzgebieten wie der Ngorongoro Conservation Area im Norden des Landes.
Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor einer dramatischen Verschlechterung der Lage indigener Gemeinschaften und Minderheiten weltweit. Kriege, Gewalt, autoritäre Regime, eine verfehlte Klimapolitik und wirtschaftliche Interessen gefährden demnach zunehmend die Existenzgrundlagen und Rechte dieser Gruppen.
Irreführende Darstellungen über Austausch mit Maasai
Die Menschenrechtsorganisationen FIAN und Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisieren eine Presseerklärung der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft zur Zusammenarbeit mit den Maasai in Tansania scharf. Die Pressemitteilung sei irreführend, blende zentrale Fakten aus und vermittele ein völlig falsches Bild über den bisherigen Austausch, betont die Maasai International Solidarity Alliance (MISA), zu der sowohl FIAN als auch die GfbV gehören, in einem heute veröffentlichten Statement.
Bundesregierung muss systematische Gewalt nach Wahlen in Tansania klar verurteilen
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigt sich tief besorgt über das anhaltende Schweigen der deutschen Bundesregierung zu den massiven Menschenrechtsverletzungen nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen in Tansania am 29. Oktober.
Vor dem EU-Afrika-Gipfel in Luanda fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) von der Europäischen Union den längst überfälligen Bruch mit neokolonialen Strukturen: „Europas Politik muss endlich auf Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Menschenrechten beruhen – nicht auf Ausbeutung und Doppelmoral. Europa muss aufhören, seine politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Krisen auf den Globalen Süden abzuwälzen. Afrikanische Gesellschaften zahlen den Preis für unseren Wohlstand“, kritisiert Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsarbeit der GfbV.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigt sich tief besorgt über die schweren Ausschreitungen und den massiven Gewalteinsatz der tansanischen Sicherheitskräfte nach den umstrittenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 29. Oktober 2025. Unterschiedlichen Angaben zufolge gab es bis zu 700 Tote.
Podiumsdiskussion mit Maasai-Anwalt Joseph Oleshangay in Göttingen (8.11.)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) lädt herzlich zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit dem tansanischen Anwalt und Maasai-Aktivisten Joseph Oleshangay ein. Die Veranstaltung findet am Samstag, 8. November 2025, ab 17.30 Uhr im Startraum Göttingen (Friedrichstraße 3-4, Göttingen) statt.