Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) zeigt sich besorgt über die Entwicklung der Menschenrechtslage in Bolivien. „Boliviens Regierung muss internationale Menschenrechts- und Umweltstandards dringend konsequent einhalten. Besonders drängend sind der Schutz indigener Rechte, die Regulierung von extraktivistischen Tätigkeiten und Maßnahmen gegen die Umweltzerstörung“, sagt Jan Königshausen, Referent für Indigene Völker bei der GfbV.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor den Auswirkungen der anhaltenden politischen Spannungen in Bolivien auf die indigenen Gemeinschaften und die Umwelt. Die Konflikte zwischen den politischen Akteuren lenken von den drängenden sozialen und ökologischen Problemen des Landes ab und bringen Bolivien an den Rand einer Krise.
Eskalation der Gewalt gegen indigene Gemeinschaften in Brasilien
Der Tod von zwei Mitgliedern der Guarani-Kaiowá in Brasilien in diesem Monat verdeutlicht laut der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die dramatische Eskalation der Gewalt gegen indigene Gemei…
Landwirtschaft ist die Lebensgrundlage für lokale und indigene Bewohner der Gemeinde Macharetí im Südosten Boliviens. Das Foto zeigt, wie während des Guaraní-Karnevals im Jahr 2020 Rinder gebrandmarkt werden.
Foto: Jhaquelin Dávalos/IPDRS
Internationaler Tag der indigenen Völker (9.8.)
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt zum Tag der indigenen Völker am 9. August vor einer zunehmenden Bedrohung indigener Völker in Südamerika durch Landkonflikte und die Folgen des Klimawandels. „Durch Waldbrände, Ernteausfälle und Konflikte über die Landnutzung wächst der Druck auf indigene Territorien und Lebensweisen. Das hat zu einer dramatischen Verschärfung der Lebensbedingungen indigener Völker in Südamerika geführt“, sagt Jan Königshausen, GfbV-Referent für Indigene Völker.
Eine zweite Amtszeit für den amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro wäre eine Katastrophe für die indigenen Völker Brasiliens. Zu dieser Einschätzung kommt die Gesellschaft für bedrohte Völker vor der Stichwahl zwischen Bolsonaro und seinem linksgerichteten Herausforderer Luís Inácio Lula da Silva am 30. Oktober. Seit Bolsonaros Amtsantritt nahm die Gewalt gegen indigene Gemeinschaften unaufhörlich zu.
Bei den brasilianischen Wahlen am 2. Oktober treten in diesem Jahr 182 Kandidierende aus 45 indigenen Völkern an. Sie stammen aus insgesamt 24 Bundesstaaten im Amazonasgebiet, im Nordosten und Südosten, im mittleren Westen und Süden Brasiliens. Die brasilianische Bevölkerung wählt neben dem Präsidenten neue Gouverneure sowie Abgeordnete des Senats und des Kongresses. Auch über die Landesparlamente in allen 26 Bundesstaaten wird abgestimmt.
Morddrohungen gegen indigene Aktivistin:
• GfbV ist besorgt über die Todesdrohungen gegen Leila Rocha
• Guarani Kaiowá-Anführerin widersetzt sich Übergriffen der Agrarwirtschaft
• Gewalt, Straflosigkeit und Entmachtung zuständiger Behörden sind Teil einer anti-indigenen Gesamtstrategie der Regierung Bolsonaro
Deutlich mehr indigene Kandidierende bei Kommunalwahlen in Brasilien:
• 39 Bürgermeisterämter, 73 Stellvertreterposten und 2.082 Stadtratssitze neu zu besetzen
• 2.194 indigene Kandidierende, 28 Prozent mehr als vor vier Jahren
• Verschärfte politische Lage motiviert zu demokratischem Engagement
Wenn Guaraní-Kaiowá in den wenigen verbliebenen Waldstücken jagen wollen, werden sie von Sicherheitskräften der Großgrundbesitzer beschossen. Viele Morde an Indigenen sind bis heute nicht aufgeklärt. Foto: Privat/GfbV
Europäische Beobachtermission in Brasilien
Die existentiell bedrohten Guaraní-Kaiowá-Indianer in Brasilien wünschen sich nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in ihrer großen Not dringend mehr Druck der europäischen Öffentlichkeit auf die brasilianische Regierung, damit diese endlich die große Gewalt gegen die Indigenen im Bundesstaat Mato Grosso do Sul eindämmt und ihr traditionelles Territorium formal anerkennt.