Am heutigen Mittwoch wird der Prozess gegen den biafranischen Separatistenführer Nnamdi Kanu fortgesetzt. In der angespannten Lage im Südosten Nigerias sorgt sich die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) um die rechtsstaatlichen Standards des politisierten Verfahrens.
Mit Stöcken bewaffnet zogen die Soldaten von Biafra in den Krieg. Foto: Tilman Zülch
Nie wieder Biafra
Etwa 50 Jahre sind seit dem Völkermord in Biafra vergangen. 50 Jahre, in denen Nigeria es versäumte, das Unrecht aufzuarbeiten und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.
Der Bürgerrechtler Nnamdu Kanu muss sich wegen des Vorwurfs des sechsfachen Hochverrats vor Gericht verantworten (Foto: Wikimedia Commons)
In Nigeria rufen Biafraner zum Generalstreik auf
Im Südosten Nigerias haben Biafra-Aktivisten der Organisation IPOB (Indigenous People of Biafra) für den kommenden Freitag zu einem Generalstreik aufgerufen, um die Freilassung des inhaftierten Bürgerrechtlers und Journalisten Nnamdi Kanu zu erreichen.
Bernard Kouchner bedankte sich mit Worten und Gesten für die Auszeichnung.
Menschenrechtler ehren Menschenrechtler
Für seinen lebenslangen Einsatz gegen Menschenrechtsverbrechen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) den französischen Ex-Außenminister Bernard Kouchner mit ihrem Victor-Gollancz-Preis geehrt. Dem Mediziner und Gründer von „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) wurde die Auszeichnung am Samstagabend in der Aula der Universität Göttingen überreicht.
Afrikas bedeutendster Literat war auch ein wichtiger Chronist des Völkermordes in Biafra
Afrikas bedeutendster Schriftsteller, Dichter und Kritiker Chinua Achebe ist tot. Die ZEIT nannte ihn den Nelson Mandela der Literatur. Er hätte ein Umdenken in der Wahrnehmung Afrikas provoziert. Welterfolge wurden seine Werke.
Kriminalisierung von Biafra-Aktivisten stoppen – Aufarbeitung des Völkermordes überfällig
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert die sofortige Freilassung von 101 Biafra-Aktivisten, die am Montag in Nigeria verhaftet worden sind. Statt diese Aktivisten zu kriminalisieren und als „Terroristen“ zu behandeln, sollte Nigeria endlich den Völkermord in Biafra 1967 bis 1970 enttabuisieren und aufarbeiten.
Während der Völkermord in Darfur täglich weitergeht, ohne dass die internationale Gemeinschaft wirklich interveniert, erinnert Tilman Zülch für die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) an die Vernichtung von zwei Millionen Ibos in Biafra, die am 06. Juli 1967 begann.