Chile: Präsidentschaftswahl und Handelsbeziehungen mit der EU
Indigene Gemeinschaften in Chile werden Verlierer der Wahlen sein, unabhängig vom tatsächlichen Ausgang der Präsidentschaftswahl am Sonntag, dem 14. Dezember, fürchtet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Besonders ein Wahlsieg des extrem rechten José Antonio Kast würde für Indigene Völker deutliche Repressionen zur Folge haben.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf, während seiner Südamerika-Reise Menschenrechtsverletzungen an Indigenen Völkern zu thematisieren. Zum Auftakt seines Besuchs reist Steinmeier am 28. Februar nach Uruguay, sowie im Anschluss nach Paraguay und Chile.
Erstmals spielen indigene Rechte eine zentrale Rolle in der chilenischen Verfassung. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt den fortschrittlichen Entwurf, über den die Bevölkerung am 4. September abstimmt. „Nach 200 Jahren Unabhängigkeit strebt das plurinationale Chile endlich Frieden und Versöhnung mit den indigenen Völkern an. Die Grundrechte, insbesondere die Landrechte in dieser demokratisch erarbeiteten Verfassung bringen diesen Prozess voran“, erklärt Regina Sonk GfbV-Referentin für indigene Völker.
In Chile steht am 11. März ein Regierungswechsel an, der zugleich ein Generationenwechsel ist: Der 35-jährige Gabriel Boric ist nicht nur der jüngste Präsident Chiles: Anders als seine Vorgänger kommt er nicht aus dem Parteien-Establishment, sondern aus der Studentenbewegung.
Am 19. Dezember 2021 entscheidet eine Stichwahl, wer künftig als Präsident die Geschicke Chiles leiten wird. Die Kandidaten könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Wahl wird damit zur Richtungsentscheidung für das südamerikanische Land, in dem derzeit eine neue Verfassung ausgearbeitet wird. Besonders für die indigenen Mapuche, die zehn Prozent der Bevölkerung des Landes ausmachen, steht viel auf dem Spiel.
Für die Mapuche stehen die Präsidentschaftswahlen in Chile im Zeichen der Gewalt. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beobachtet die Lage der mit gut zehn Prozent der Gesamtbevölkerung größten ethnischen Minderheit des Landes mit großer Sorge.
Verfassungsreferendum in Chile:
• GfbV befürwortet Neustart mit echter Beteiligung für Indigene
• Bisherige Verfassung führt verheerende Traditionen aus der Militärdiktatur fort
• Strafrecht und weitgehende Privatisierung der Lebensgrundlagen benachteiligen Indigene
Nach 107 Tagen hat der machi Celestino Córdova Tránsito, wichtiges spirituelles Oberhaupt der Mapuche in Chile, am 18. August seinen Hungerstreik beendet. Einige seiner Mitgefangenen wollen es ihm …